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19. Biologische Vermögenswerte

Die biologischen Vermögenswerte bestehen aus stehenden Bäumen einer Plantage in Minas Gerais, Brasilien, die als Rohstoff für die Zellstoffproduktion verwendet werden. Nach IAS 41 (Landwirtschaft) müssen biologische Vermögenswerte in der Konzern-Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden. Die Plantage wird auf Stufe 3 des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der geschätzten Verkaufskosten bilanziert. Es wird davon ausgegangen, dass beizulegende Zeitwerte gemessen werden können. Die Bewertung der biologischen Vermögenswerte wird von der Lenzing Gruppe überwacht und geprüft. Die notwendigen Marktdaten werden durch das Vier-Augen-Prinzip validiert.

Die Bewertung basiert auf den erwarteten Cashflows aus dem Verkauf der biologischen Vermögenswerte auf der Grundlage nachhaltiger Waldbewirtschaftungspläne, Branchenbenchmarks für Holzpreise und Lieferkosten sowie unter Berücksichtigung des Wachstumszyklus. Für die Bewertung wird ein Holzpreis, basierend auf einem Durchschnitt mehrerer Quartale der Branchenbenchmarks, herangezogen. Die jährliche Ernte aus dem prognostizierten Baumwachstum wird mit den Holzpreisen multipliziert und die Kosten für Waldbau und Ernte werden abgezogen. Der beizulegende Zeitwert der Plantage wird als Barwert der Ernte aus einem Wachstumszyklus auf der Grundlage des produktiven Waldgebiets unter Berücksichtigung von Umwelteinschränkungen und anderen Vorbehalten gemessen. Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde insbesondere steigen (fallen), wenn der Holzpreis und das Holzvolumen steigen (fallen). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde fallen (steigen), wenn der Abzinsungssatz steigt (fällt).

Stehendes Holz, das jünger als ein Jahr ist, gilt als unreifer Vermögenswert und wird zu Anschaffungskosten bilanziert. Nach einer Wachstumsperiode von sieben Jahren ist die Reife des Holzes gegeben, ab diesem Zeitpunkt werden die Bestände an stehendem Holz geerntet. Bei der Ernte werden die biologischen Vermögenswerte in die Position Vorräte der Konzern-Bilanz überführt. Wertänderungen von Sicherungsgeschäften in Bezug auf das Wechselkursrisiko werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Umsatzkosten erfasst.

Am 31. Dezember 2025 standen in der Plantage rund 40.635 Hektar Eukalyptusholz (31. Dezember 2024: 40.817 Hektar) und 349 Hektar Pinienholz (31. Dezember 2024: 497 Hektar). Das Holz ist bis zu 16 Jahre (31. Dezember 2024: 15 Jahre) alt. Holz im Wert von TEUR 15.811 (31. Dezember 2024: TEUR 15.736) ist jünger als ein Jahr und gilt daher als unreifer Vermögenswert.

Die biologischen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung der biologischen Vermögenswerte
TEUR

 

2025

2024

Stand zum 01.01.

192.217

194.759

Käufe

5.164

7.259

Aktivierte Herstellkosten

39.111

37.076

Verbrauchsabhängige Abschreibungen

−74.022

−63.037

Veränderung des beizulegenden Zeitwerts

36.317

5.195

Währungsumrechnungsdifferenzen

−22.149

10.965

Stand zum 31.12.

176.639

192.217

In den aktivierten Herstellkosten sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von TEUR 14.068 (2024: TEUR 14.669) enthalten, deren Finanzierungskostensatz bei 14,1 Prozent (2024: 14,1 Prozent) lag. Die verbrauchsabhängigen Abschreibungen betreffen Verringerungen der biologischen Vermögenswerte infolge der Ernte. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind in den Umsatzkosten Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 23.953 (2024: TEUR 32.199) erfasst. Diese setzen sich zusammen aus der regelmäßigen Neubewertung in Höhe von TEUR 36.317 (2024: TEUR 5.195) sowie Fremdwährungsgewinnen/-verlusten der mit der Plantage direkt in Zusammenhang stehenden Leasingverbindlichkeit aus Landnutzungsrechten in Höhe von minus TEUR 12.363 (2024: TEUR 27.004).

Folgende Annahmen wurden verwendet:

Annahmen der Inputfaktoren der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte

 

31.12.2025

31.12.2024

Marktpreis EUR/m3

22,57

22,01

Abzinsungssatz

6,94 %

7,96 %

Holzvolumen m3

6.959.714

8.414.007

Eine Veränderung wesentlicher nicht beobachtbarer Inputfaktoren würde sich auf die Bewertung der biologischen Vermögenswerte folgendermaßen auswirken:

Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte zum 31.12.2025
TEUR

 

Steigerung

Rückgang

Marktpreisveränderung (+/– 10 %)

20.343

−20.343

Abzinsungssatz (+/– 1 %)

−3.187

3.415

Holzvolumen (+/– 5 %)

10.172

−10.172

Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte zum 31.12.2024
TEUR

 

Steigerung

Rückgang

Marktpreisveränderung (+/– 10 %)

20.880

−20.880

Abzinsungssatz (+/– 1 %)

−2.285

2.446

Holzvolumen (+/– 5 %)

10.441

−10.441

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