Division Zellstoff
Die Division Zellstoff bündelt sämtliche Geschäftsaktivitäten der Lenzing Gruppe vom Holzeinkauf bis hin zur Erzeugung von Faserzellstoff und Bioraffinerie-Produkten. Das neueste Zellstoffwerk LD Celulose in Indianópolis (Brasilien) produzierte im Berichtsjahr mit ausgezeichneter Qualität und die Nennkapazität konnte durch Optimierungsschritte auf 600.000 Tonnen pro Jahr erhöht werden. Die zusätzlichen Produktionsmengen werden primär am externen Zellstoffmarkt verkauft. Zudem wird überschüssiger Strom aus dem Werk als erneuerbare Energie ins öffentliche Netz eingespeist.
Für die Bereitstellung der Biomasse sicherte sich LD Celulose einen über 44.000 ha großen, FSC®-zertifizierten Nutzwald und pachtete weitere Flächen, um im Endausbau über ca. 80.000 ha FSC®-zertifizierte Waldfläche zu verfügen.1 Diese Plantagen stehen vollumfänglich im Einklang mit der Richtlinie und den hohen Standards der Lenzing für die Beschaffung von Holz und Zellstoff.
Lenzing arbeitet auch weiterhin am Thema Recycling von Textilabfällen. Das Unternehmen entwickelt und fördert bereits seit Jahren proaktiv Innovationen in diesem Bereich, um ökonomisch sinnvolle und skalierbare Lösungen für das globale Textilabfallproblem bereitzustellen. Seit 2021 arbeitet Lenzing mit dem schwedischen Zellstoffproduzenten Södra zusammen, um gemeinsam neue Verfahren für das Recyceln von Alttextilien im industriellen Maßstab zu entwickeln. Die derzeit ungünstigen Bedingungen am Textilmarkt haben zu einer Wachstumsabkühlung in diesem Sektor geführt, da die Kostenstruktur noch keine höheren Mengen gestattet.
Die (internen und externen) Umsatzerlöse der Division Zellstoff erreichten 2025 einen Wert von EUR 1,3 Mrd., nach EUR 1,3892 Mrd. im Vorjahr. Das Ergebnis der Division (EBITDA) lag bei EUR 451,5 Mio., das Betriebsergebnis (EBIT) bei EUR 249,6 Mio.
Holz
Die Lage der Holzmärkte in Europa zeigte sich 2025 trotz geringeren Angebots im Wesentlichen stabil. Eine schwächere Holznachfrage in der Industrie sowie teilweise niedrigere Energiepreise und der somit geringere Verbrauch von Biomasse trugen zur Stabilisierung bei.
Zudem erzielte die Beschaffungsstrategie der Lenzing Gruppe mit langfristigen Rahmenvereinbarungen einen guten Stabilisierungseffekt auf Mengen und Preise. Lenzing konnte daher ihre Zellstoffstandorte in Lenzing (Österreich) und Paskov (Tschechien) im Berichtsjahr zuverlässig mit Holz versorgen. Die Verfügbarkeit von Fichte hat sich jedoch im vierten Quartal 2025 verschlechtert.
Die Auditierungen nach den Forstzertifizierungssystemen Forest Stewardship Council® (FSC®) und Programme for the Endorsement of Forest Certification (PEFC) bestätigten auch 2025 für beide Standorte, dass zusätzlich zu den strengen Forstgesetzen in den Lieferländern sämtliche eingesetzte Holzmengen aus PEFC- und FSC®-zertifizierten oder ‑kontrollierten Quellen stammen.3
Zellstoff
Um die Faserproduktion der Lenzing Gruppe mit hochwertigem Faserzellstoff zu versorgen, betreibt die Lenzing Gruppe an den Standorten Lenzing (Österreich), Paskov (Tschechien) und Indianópolis (Brasilien) eigene Faserzellstoffwerke. Der Eigenversorgungsgrad liegt derzeit deutlich über den strategisch angestrebten 75 Prozent. Lenzing etablierte sich darüber hinaus auch als struktureller Lieferant im weltweiten Zellstoffmarkt. Der extern bezogene Faserzellstoff wurde größtenteils auf Basis langfristiger Verträge zugekauft. In den Zellstoffwerken der Lenzing Gruppe wurden 2025 insgesamt ca. 1.218.000 Tonnen Faserzellstoff produziert.
Bioraffinerie-Produkte
In den Bioraffinerien der Lenzing Gruppe werden neben Faserzellstoff auch Bioraffinerie-Produkte gewonnen und vermarktet, wodurch weitere Bestandteile des wertvollen Rohstoffes Holz stofflich verwertet werden. Namhafte Kunden aus der Lebensmittel-, Futter-, Pharma- und Chemiebranche setzen auf die biobasierten Produkte von Lenzing.
In der Berichtsperiode gaben Lenzing und ihr langjährige Partner Speyer & Grund die Inbetriebnahme eines neuen Lagertanks bekannt. Das neue Tanklager am Standort von Speyer & Grund in Meerane (Deutschland) umfasst einen speziell für LENZING™ biobasierte Essigsäure vorgesehenen Tankbehälter. Die erweiterte Lagerkapazität erhöht die Flexibilität und Effizienz in der Versorgung und trägt maßgeblich zur Supply-Chain-Exzellenz bei.
Die vom Forschungsinstitut Quantis durchgeführte Lebenszyklus-Analyse bestätigte, dass der CO2-Fußabdruck von Essigsäure der Marke LENZING™ Bio-based Acetic Acid um mehr als 85 Prozent geringer ist als bei vergleichbaren Produkten auf Basis fossiler Rohstoffe.
Lenzing hat in der Berichtsperiode sowohl für LENZING™ Natriumsulfat als auch für das Bioraffinerie-Produkt LENZING™ biobasierte Essigsäure die Zertifizierung nach ISO 22000:2018 erhalten. Diese international anerkannte Norm bestätigt das konsequente Engagement der Lenzing für Produktsicherheit, Qualitätssicherung und kontinuierliche Verbesserung.
1FSC-Lizenzcode: FSC-C175509, FSC-C165948
2Rückwirkende Anpassung der Innenumsätze in der Division Zellstoff (vgl. Note 4 im Konzernabschluss)
3Lizenzcode: FSC-C041246 und PEFC/06-33-92