Beschaffung
[ESRS G1-2 15a, 15b]
Liste der wichtigen Maßnahmen
Nachhaltige Chemikalienbeschaffung
Nachhaltige Beschaffung von Holz und Faserzellstoff
Innerhalb der Lenzing Gruppe wird der Einkauf von Holz, Zellstoff und Chemikalien von drei verschiedenen Teams abgedeckt. Lenzing ist bestrebt, Einkaufsrisiken wie größere Preisschwankungen und Lieferengpässe durch verlässliche, langfristige Lieferbeziehungen und aktives Lieferantenmanagement zu minimieren. Die wichtigsten beschafften Materialien sind (in der Reihenfolge des jährlichen Beschaffungsvolumens): Holz, Faserzellstoff, Natriumhydroxid, Schwefelsäure, Schwefel, Schwefelkohlenstoff, Schwefeldioxid und Magnesiumoxid.
Im Jahr 2025 (und 2024) wurden bei der Überprüfung der Risikolieferanten keine Lenzing Lieferanten mit signifikanten tatsächlichen oder potenziellen negativen Umweltauswirkungen identifiziert. Diese Feststellung basiert auf den folgenden Instrumenten und Zertifizierungssystemen: EcoVadis, Together for Sustainability, FSC® und PEFC.
Direktiven und Policies werden durch Einbindung von Lieferanten umgesetzt. Lenzing ist bestrebt, als Branchenvorbild eine Führungsrolle im Hinblick auf ethische Unternehmensführung einzunehmen, und erwartet dieselben Standards von ihren Geschäftspartnern. Weitere Informationen zum Verhaltenskodex für Lieferanten finden Sie im Abschnitt „Policies“ in diesem Kapitel.
[MDR-M 77 b]
Die Kennzahlen in diesem Abschnitt wurden von keiner externen Stelle außer dem Wirtschaftsprüfer validiert.
Nachhaltige Chemikalienbeschaffung
Einbindung von Lieferanten
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Mit dem aktuellen Ziel der Einbindung von Lieferanten wird angestrebt, die wichtigsten Chemikalienlieferanten fortlaufend einzubeziehen. Daher hat Lenzing mit den wichtigsten Chemikalienlieferanten Vereinbarungen einschließlich Nachhaltigkeitsklauseln unterzeichnet. Zu den Bedingungen zählen unter anderem die Festlegung von Reduktionszielen für Treibhausgase (THG), die von der Science Based Targets initiative (SBTi) genehmigt wurden, die Bereitstellung von Informationen über den CO2-Fußabdruck von Produkten sowie über die Wasserknappheit an den Produktionsstandorten, von denen Lenzing Produkte bezieht.
Lieferantenmanagement über EcoVadis
[unternehmensspezifisch]
2025 |
1.025 |
2024 |
824 |
|---|---|
2023 |
608 |
2022 |
387 |
2021 |
163 |
2020 |
152 |
2019 |
102 |
2018 |
93 |
2017 |
82 |
Den Prozentsatz der Gesamtausgaben, der durch Audits abgedeckt ist, finden Sie im Abschnitt „Ziele“ im Kapitel „S2-Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Lenzing arbeitet ausschließlich mit EcoVadis-bewerteten Lieferanten zusammen, die eine Mindestpunktzahl von 50 Punkten erreichen. Weitere Informationen zu EcoVadis sowie zum durchschnittlichen EcoVadis-Rating der Lieferanten von Lenzing finden Sie in den Abschnitten „Maßnahmen“ und „Kennzahlen“ im Kapitel „S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Regionale Herkunft
[unternehmensspezifisch]
|
2025 |
2024 |
||
|---|---|---|---|---|
Regionale Herkunft |
87 % |
87 % |
||
Keine regionale Herkunft |
13 % |
13 % |
||
|
||||
Im Jahr 2025 wurden 80 Prozent aller Chemikalien (in flüssigen metrischen Tonnen) von 33 Lieferanten geliefert (2024: 36). Die Beziehungen zu diesen Lieferanten sind im Allgemeinen sehr stabil.
Nachhaltige Beschaffung von Holz und Faserzellstoff
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Holz und Faserzellstoff sind die wichtigsten Rohstoffe für Lenzing. Die Lenzing Gruppe übernimmt Verantwortung, indem sie kontinuierlich auf nachhaltige Beschaffung setzt. Die Beschaffung stützt sich auf Zertifikate sowie auf einen verantwortungsvollen und hocheffizienten Einsatz dieser wertvollen Ressourcen.
Lenzing bezieht Holz und Faserzellstoff aus naturnahen Wäldern sowie aus Plantagen, wie sie von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen1,2 (FAO) definiert werden. Zu den naturnahen Wäldern gehören natürlich nachwachsende und angepflanzte Wälder mit einer ähnlichen Artenzusammensetzung wie die natürlichen Wälder in dem betreffenden Gebiet. Lenzing bezieht Holz und Faserzellstoff nicht aus Urwäldern, natürlichen Wäldern sowie ursprünglichen und gefährdeten Wäldern.
Bei einem geschätzten Faserzellstoffertrag aus Holz von 40 Prozent lässt sich grob abschätzen, dass der gesamte Holzeinsatz für die Produktion von regenerierten Cellulosefasern der Lenzing Gruppe etwa 2,5 Mio. Tonnen (Trockenmasse) beträgt. Dieser setzt sich aus dem Bedarf für die Eigenproduktion und den zugekauftem Faserzellstoff zusammen.
Beschaffungsquellen für Faserzellstoff
Ergänzend zur eigenen Faserzellstoffproduktion kauft Lenzing Faserzellstoff am Weltmarkt zu – meist im Rahmen langfristiger Lieferverträge. Eine Liste der Zellstofflieferanten von Lenzing finden Sie auf der Website von Lenzing.
Holzbeschaffung
Lenzing betreibt drei Zellstoffwerke, in denen Holz zu Faserzellstoff verarbeitet wird. Die regionale Holzversorgung ist für Lenzing wichtig, weil sie eine Maßnahme zur Verringerung der THG-Emissionen durch den Transport darstellt.
Regionale Holzversorgung in Europa
[unternehmensspezifisch]
Lenzing ist bestrebt, das Holz für ihre Zellstoffwerke in Europa so lokal wie möglich zu beschaffen. Am Standort Lenzing (Österreich) werden hauptsächlich Buche sowie kleine Mengen von anderen Harthölzern und Fichte verarbeitet. Die Anlage in Paskov (Tschechische Republik) verwendet dagegen meist Fichte.
Holzbeschaffung für Lenzings Faserzellstoffwerke in Europa
Der Anteil regionalen Holzes3 am Standort Lenzing (Österreich) betrug im Jahr 2025 98,8 Prozent (2024: 97,1 Prozent). Am Standort Paskov (Tschechische Republik) befindet sich der Anteil der regionalen Versorgung seit 2019 konstant bei 100 Prozent. Die zugrundeliegenden Zahlen sind dem „Anhang“ zu entnehmen.
Regionale Holzversorgung in Brasilien
Das Zellstoffwerk in Indianópolis (Brasilien), ein Joint Venture mit Dexco namens LD Celulose, nutzt Eukalyptus aus seinen eigenen Plantagen. Diese Plantagen arbeiten vollständig in Übereinstimmung mit den Richtlinien und hohen Standards der Lenzing Gruppe für die Beschaffung von Holz und Zellstoff sowie nach den Anforderungen der führenden Zertifizierungssysteme.
Die Plantagen befinden sich in Triângulo Mineiro im Bundesstaat Minas Gerais. Das in die LD Celulose Plantation Unit umgewandelte Gebiet war seit den 1970er-Jahren für die Viehzucht und intensive Landwirtschaft, aber auch für den Eukalyptusanbau genutzt worden. Die Plantagen sind über 800 km von der Region entfernt, in der der Amazonas-Regenwald liegt.
Weitere Informationen zu den Plantagen von Lenzing in Brasilien finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ des Kapitels „E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme“.
Due Diligence in Bezug auf Holz und Zellstoff
Die Due Diligence von Lenzing bei der Beschaffung von Holz und Zellstoff setzt sich aus den folgenden Schritten zusammen:
-
Policies – Policy für Holz und Zellstoff und Verhaltenskodex für Lieferanten
-
Lieferantenbewertung
-
Zertifizierungen und unabhängige Bewertungen – FSC®, PEFC und Canopy
Policy für Holz und Zellstoff und Verhaltenskodex für Lieferanten
Die Policy für Holz und Zellstoff und der Verhaltenskodex für Lieferanten von Lenzing gelten für alle Holzeinkaufsaktivitäten und werden potenziellen Lieferanten vor Beginn einer Geschäftsbeziehung vorgelegt. Nur wenn diese Bedingungen akzeptiert werden, kann ein Betrieb an Lenzing liefern. Weitere Informationen zum Verhaltenskodex für Lieferanten finden Sie im Abschnitt „Policies“ dieses Kapitels. Die Policy für Holz und Zellstoff finden Sie im Abschnitt „Policies“ des Kapitels „E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme“.
Lieferantenbewertung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die wichtigsten Lieferanten für Holz und Faserzellstoff werden im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit bewertet. Die wichtigsten Lieferanten für Lenzing sind meist jene mit bestimmter Größe und bestimmtem Volumen.
Lenzing führt regelmäßige Audits und Nachhaltigkeitsbewertungen neuer und bestehender Lieferanten durch, auch im Hinblick auf die Einhaltung der Umwelt- und Sicherheitsstandards. Die Lieferanten werden mit Unterstützung externer Sachverständiger regelmäßig befragt und bewertet, bevor eine abschließende Bewertung erfolgt. Die Ergebnisse fließen in das allgemeine Lieferantenrating ein und fungieren als grundlegendes Kriterium für eine langfristige Zusammenarbeit mit einem Lieferanten.
Zellstofflieferanten werden anhand eines Due-Diligence-Prozesses bewertet, der den Kriterien für FSC® Controlled Wood folgt. Dieser beinhaltet die jährliche Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung der Zellstofflieferanten anhand eines umfassenden Fragebogens, der u. a. Aspekte wie Beschaffungsstandards, Liefergebiete, Nachverfolgbarkeit der Lieferkette und THG-Emissionen abdeckt. Die Ergebnisse der Umfrage werden genutzt, um die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen zu identifizieren und die zukünftigen Aktivitäten von Lenzing zur Einbindung von Lieferanten zu steuern. Alle Faserzellstofflieferanten sind nach den führenden Waldzertifizierungssystemen zertifiziert und beliefern Lenzing mit zertifiziertem oder kontrolliertem Faserzellstoff.
Alle Holzlieferanten – insgesamt etwa 700 Lieferanten (2024: über 600 Lieferanten), davon die Hälfte in Privatbesitz – werden in allen Beschaffungsländern einmal jährlich bewertet. Dabei wird ein Bewertungssystem verwendet, das den Kriterien von FSC® Controlled Wood and PEFC Controlled Sources folgt.
Zertifizierungen – FSC®, PEFC und Canopy
[unternehmensspezifisch]
Lenzing von Canopy auf Platz 1 eingestuft
# 1 weltweit: Beim Hot Button Ranking von Canopy wird Lenzing mit dem „Dark Green Shirt“ ausgezeichnet. Das Hot Button Ranking ist eine führende Branchenbewertung der Nachhaltigkeitsleistung der weltweiten Faserzellstoff- und Faserhersteller, in deren Rahmen auch die Walderhaltung, die Transparenz der Lieferkette und Innovation bewertet werden. Canopy gab Lenzing beeindruckende 34,5 von 40 Punkten, was zeigt, dass wir in Sachen Beschaffung, Naturschutz und Lösungen der nächsten Generation führend sind.
Zertifizierungsstatus
Basis: verwendeter Faserzellstoff nach Gewicht.
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
100 Prozent des von Lenzing verwendeten Holzes und der verwendeten Faserzellstoffe sind entweder kontinuierlich FSC®- oder PEFC-zertifiziert oder werden entsprechend dieser Standards kontrolliert.4 Holz mit einem PEFC-Zertifikat erhält auch den Status FSC® Controlled Wood. Der Zertifizierungsstatus ist aus der Abbildung „Zertifizierungsstatus“ ersichtlich. „Zertifiziert“ ist die Summe aus „FSC® Mix Credit“ und „PEFC“. Dies stellt die Menge an Faserzellstoff dar, die zur Herstellung von Fasern mit dem entsprechenden „Chain of Custody“-Zertifikat zur Verfügung steht.
Aufgrund der „Chain of Custody“-Zertifizierungen (CoC) von Lenzing können die Kunden Zertifikate für ihre Produkte erhalten. Die Chain of Custody dokumentiert den Fluss von Materialien vom Wald über alle Stufen der Lieferkette bis hin zum Endprodukt. Alle Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe sind FSC®-CoC-zertifiziert. Die „multi-site“ PEFC-CoC-Zertifizierung deckt derzeit fünf Standorte ab: Lenzing (Österreich), Paskov (Tschechische Republik), Purwakarta (Indonesien), Nanjing (China) und Mobile (USA).
Die PEFC-Zertifizierung wird hauptsächlich für Holz aus Mitteleuropa verwendet. Die FSC®-Zertifizierung von Wäldern ist in dieser Region nicht weit verbreitet. Daher ist der Großteil des bezogenen Holzes zurzeit PEFC-zertifiziert und erhält nach einem Due-Diligence-Prozess an den Lenzing Standorten den Status FSC® Controlled Wood. Folglich ist das gesamte beschaffte Holz in der Lenzing Gruppe entweder durch das FSC®-Zertifizierungssystem zertifiziert oder wird dadurch kontrolliert. Forstbetriebe sind in Mitteleuropa in der Regel nicht sehr groß. Viele kleine Waldbesitzer, für die die Forstwirtschaft ein Zusatzeinkommen darstellt, nehmen nicht an Zertifizierungsverfahren teil. Daher muss Lenzing hin und wieder verlässliche, aber begrenzte Mengen an solchem Holz beschaffen, das nicht nach FSC® oder PEFC zertifiziert ist. Diese Art von Holz wird jedoch gemäß diesen Standards kontrolliert und zählt als kontrolliertes Holz. Außerdem sorgen die strengen Forstwirtschaftsgesetze und deren Durchsetzung in Mitteleuropa dafür, dass alle Waldbesitzer nachhaltig wirtschaften müssen.
Faserzellstofflieferanten können mehr als ein forstbezogenes Zertifikat besitzen. Die meisten der in Nordamerika ansässigen Faserzellstofflieferanten tragen auch das Zertifikat der Sustainable Forest Initiative (SFI), die ebenfalls ein nationales Mitglied des globalen PEFC-Zertifizierungssystems ist und von diesem voll anerkannt wird.
Ausführliche Erklärungen zu den Zertifikaten, zu kontrolliertem Holz und zum internen Due-Diligence-System finden Sie im aktuellen Fokuspapier „Wood and pulp“.
1Carle, J., and Holmgren, P. (2003). Working Paper 79. Definitions Related to Planted Forests. In: Food and Agriculture Organization of the United Nations (2003). Forest Resources Assessment Program Working paper series. Verfügbar unter: https://www.fao.org/forestry-fao/25853-0d4f50dd8626f4bd6248009fc68f892fb.pdf
2Terms and Definitions, FRA 2020, FAO, 2018 https://openknowledge.fao.org/server/api/core/bitstreams/531a9e1b-596d-4b07-b9fd-3103fb4d0e72/content
3Die regionale Holzversorgung erfolgt aus dem Land, in dem die Faserzellstoffanlage steht, sowie aus Nachbarländern, von denen das Holz direkt, ohne Grenzüberschreitung dritter Länder, bezogen werden kann.
4Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92