lenzing.com

Kennzahlen

[E4-5]

Bei dem Versuch, die Auswirkungen der Landnutzung auf die biologische Vielfalt zu quantifizieren, werden in der Regel zwei Faktoren betrachtet: die genutzte Landfläche und die Intensität der Nutzung. Die genutzte Landfläche allein ist keine aussagekräftige Kennzahl für die Auswirkungen, und belastbare Indikatoren für die Intensität der Landnutzung und die Bedingungen für die biologische Vielfalt sind noch in der Entwicklung. Die meisten verfügbaren Daten sind weitgehend qualitativer Natur, außerdem besteht kein standardisiertes Verfahren für einen einheitlichen Vergleich der Auswirkungen. Folglich lassen sich aus bestehenden Kennzahlen noch keine spezifischen Maßnahmen ableiten. Die gegenwärtigen Bemühungen konzentrieren sich auf Untersuchungen wie die Zählung der Arten, die zwar wertvolle Erkenntnisse verschafft, aber die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt noch nicht voll abbildet. Um diesen Bereich voranzutreiben, unterstützt Lenzing eine Doktorandenstudie über die Entwicklung von Biodiversitätsmetriken zur Bewertung von Auswirkungen und Abhängigkeiten von Unternehmenstätigkeiten und (siehe „Transform (Transformieren): Forschungsaktivitäten im Bereich Biodiversität“ im Abschnitt „Maßnahmen“).

[MDR-M 77b]

Die Kennzahlen in diesem Abschnitt wurden von keiner externen Stelle außer dem Wirtschaftsprüfer validiert.

Genutzte Landfläche

[unternehmensspezifisch]

Landnutzung und Datenverfügbarkeit in Bezug auf die Holz- und Zellstoffquellen von Lenzing

Rohstoff­quellen von Lenzing

Waldtyp

Intensität der Land­nutzung

Daten/
Schätzungen

Daten­qualität der Land­fläche

Holz

Plantage

Hoch

Bekannt (siehe „Quantitative Beschreibung der von LD Celulose bewirt­schafteten und verwalteten Flächen“)

Hoch

Holz

Naturnah

Niedrig bis mittel

Schätzungen erforderlich auf Basis regionaler statistischer Daten

Mittel

Faser­zellstoff (Faser­zellstoff­lieferant bezieht Holz)

Plantage

Hoch

Schätzungen möglich

Mittel

Faser­zellstoff (Faser­zellstoff­lieferant bezieht Holz)

Naturnah

Niedrig bis mittel

Grobe Schätzungen

Niedrig

Die Abschätzung der für die Holzbeschaffung von Lenzing genutzten Landfläche ist Teil des initiierten Projekts zur Entwicklung einer Biodiversitätsstrategie. Je nach Waldtyp, Landbesitz, Beschaffungsgebiet und Position in der Lieferkette können Unterschiede in der Datenverfügbarkeit und ‑qualität auftreten (siehe die Tabelle „Landnutzung und Datenverfügbarkeit in Bezug auf die Holz- und Zellstoffquellen von Lenzing“). 2023 wurden erste Versuche gestartet, die Nutzung der Waldflächen für die direkte Holzversorgung der europäischen Zellstoffwerke von Lenzing zu schätzen. Die Schätzungen laufen noch, sodass derzeit noch keine Ergebnisse vorliegen.

Genutzte Landfläche innerhalb der Plantagen von LD Celulose

Quantitative Beschreibung der von LD Celulose bewirtschafteten und verwalteten Flächen (unternehmensspezifisch)

 

Änderungen
2025 im Vergleich zu 2024

2025

2024

 

ha

%

ha

%

ha

%

Wald-/Plantagen­fläche

4.549

6

71.089

71

66.540

71

FSC®-Fläche

6.857

12

55.012

55

48.155

51

Naturschutz­fläche

584

2

23.563

24

22.980

24

gesetzlich vorgeschrieben

1.106

6

19.888

20

18.782

20

Infrastruktur

398

8

4.786

5

4.388

5

Gesamtfläche

5.531

6

99.438

100

93.908

100

Da die Plantagen in Brasilien (Indianópolis) der Lenzing Gruppe gehören und von dieser bzw. insbesondere LD Celulose bewirtschaftet werden, liegen detaillierte Daten zur Landnutzung vor. Die wichtigsten direkt genutzten Landflächen umfassen derzeit 99.438 Hektar (994,38 km2). Diese Flächen wurden vor mehreren Jahrzehnten als Agrarflächen ausgewiesen. Die bestehenden Plantagen wurden angelegt, ohne Primärwälder, natürlich nachwachsende (Sekundär-)Wälder, Savannen, Grasländer oder natürliche Süßwasserökosysteme für eine andere Landnutzung umzuwandeln, insbesondere nicht nach 1994 (dies war Voraussetzung dafür, dass die Plantagen von LDC 2021 die FSC®-Zertifizierung erhielten). Im Jahr 2025 wurden jedoch 3.014 Hektar (2024: 55 Hektar) degradierte ehemalige landwirtschaftliche Grünflächen in Forstplantagen umgewandelt.

Das FSC®-Label können nur Plantagenbereiche erhalten, in denen die Bäume eine bestimmte Reife erreicht haben. Hierdurch kommt die Differenz zwischen der gesamten Plantagenfläche und dem FSC®-zertifizierten Bereich (Lizenzcodes: FSC-C175509, FSC-C165948) zustande, die dem Anteil der Bäume entspricht, die für eine Zertifizierung noch zu jung sind.

Das brasilianische Umweltrecht schreibt permanente Erhaltungsflächen (Permanent Preservation Areas (APPs)) und gesetzliche Reservate (Legal Reserve (LR)) vor. Gegenwärtig sind 23.563 Hektar (2024: 22.970 Hektar) der von LD Celulose bewirtschafteten Landfläche als Schutzgebiete ausgewiesen.

Auswirkungen der Intensität der Landnutzung auf die biologische Vielfalt

[unternehmensspezifisch]

Die Intensität der Landnutzung hat Einfluss auf die biologische Vielfalt und die Bedingungen der Ökosysteme. Die Lenzing Gruppe überwacht diese in den weltweiten Regionen über zwei verschiedene Ansätze.

In Europa werden die biologische Vielfalt in Wäldern und der Zustand der Ökosysteme auf nationaler Ebene nach den Kriterien und Indikatoren von „Forest Europe“ überwacht.1 Sie enthalten 6 Kriterien (darunter „Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von Waldökosystemen“ und „Erhaltung, Bewahrung und angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt in Waldökosystemen“) sowie einen Satz von 35 quantitativen und 17 qualitativen Indikatoren. Die Ergebnisse werden regelmäßig in einem europäischen Überblick2 und in nationalen Berichten veröffentlicht. Angaben zu den vier wichtigsten Beschaffungsländern Österreich, Tschechische Republik, Deutschland und der Slowakei finden Sie in den in der Fußnote genannten Berichten3 für nationale Indikatoren und Ergebnisse.

In Brasilien stammt das Holz von Plantagen, welche LD Celulose betreibt. Die Überwachung geschieht über ein strukturiertes Rahmenwerk interner und externer Prozesse gemäß dem brasilianischen Forstwirtschaftsgesetz (Brazilian Forestry Code). Dies umfasst auch jährliche Satellitenbilder, um Standort, Größe und Status der gesetzlichen Naturschutzflächen (LRAs) und permanente Erhaltungsflächen (APPs) zu bestimmen, sowie regelmäßige Vor-Ort-Audits durch interne Umweltexpert:innen. Das Monitoring der Flora und Fauna erfolgt in bewirtschafteten Bereichen sowie in Gebieten rund um das Werksgelände durch interne Programme und in Zusammenarbeit mit Universitäten.

Im Rahmen des Monitorings der biologischen Vielfalt wurden in den Forstwirtschaftsgebieten von LD Celulose rund 300 Pflanzenarten und 440 Tierarten (2024: rund 200 Pflanzenarten und 450 Tierarten) erfasst.4 Diese Programme werden jährlich in der Trocken- und Regenzeit durchgeführt, um mögliche Auswirkungen auf die regionale biologische Vielfalt zu überwachen. Seit Beginn des Monitorings im Dezember 2020 wurde kein wesentlicher Artenrückgang verzeichnet, wobei diese Programme auch von der brasilianischen Umweltbehörde vorgeschrieben werden.

Die Zellstofflieferanten nutzen eigene Monitoring-Systeme. Eine qualitative Bewertung der Intensität der Landnutzung je nach Waldtyp enthält die Tabelle „Landnutzung und Datenverfügbarkeit in Bezug auf die Holz- und Zellstoffquellen von Lenzing“.

Kennzahlen der Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD)

[unternehmensspezifisch]

Die TNFD-Kennzahlen, die sich auf Holzknappheit beziehen und mit Landnutzungsänderungen zusammenhängen, finden Sie in der nachfolgenden Tabelle.

TNFD Kennzahlen

ID Kennzahlen

Kennzahlen No.

Globaler Hauptindikator

Globale Hauptkennzahlen

Kennzahlen für Naturschutz­flächen bei LD Celulose in Brasilien

Kennzahlen für Plantagen­flächen bei LD Celulose in Brasilien

1,2

C1,0

Gesamter räumlicher Fußabdruck

b/ Gesamt gestörte Fläche (km2)

0 ha

2025: 6.492 ha (2024: 6.824 ha) wurden geerntet und neu gepflanzt (nur Eukalyptus Plantagen)

1,3

C1,0

Gesamter räumlicher Fußabdruck

c/ Gesamt rehabilitierte/ wiederher­gestellte Fläche (km2).

70 ha natürliche Wald­neubildung und natürliche Ausbreitung (Es gibt keine neuen Bereiche der Neubildung – dieser Bereich regeneriert sich weiterhin auf natürliche Weise.)
88,74 ha (2024: 204,06 ha) aufgeforstete und regenerierte Fläche durch Pflanzung und/oder Aussaat
0 % Niederwald, da Niederwald in Gebieten mit nativer Vegetation nicht ausgeführt wird

N/A

2,1

C1,1

Umfang der Veränderungen in der Nutzung von Land-, Süßwasser- und Meeresöko­systemen

Veränderungen (km2) durch: a/ Art des Ökosystems; und

0 ha

2025: 3.014 ha (2024: 55 ha) Umwandlung von degradierte, ehemals land­wirtschaftlich genutzte Grünflächen in Forstplantagen
Keine Umwandlung von Primär­wäldern, natürlich re­generierenden (Sekundär-)Wäldern, Savannen, Grasländern und natürlichen Süßwasser­ökosystemen.

3,1

C1,1

Umfang der Veränderungen in der Nutzung von Land-, Süßwasser- und Meeresöko­systemen

Umfang des geschützten und wiederher­gestellten Gebiet (km2) aufgeteilt in:
a/ Freiwillig; und

3.675 ha (2024: 4.198 ha) (reguliertes Schutzgebiet abgezogen von dem gesamten Schutzgebiet)

N/A

3,2

C1,1

Umfang der Veränderungen in der Nutzung von Land-, Süßwasser- und Meeresöko­systemen

b/ Gesetzlich oder behördlich vorgeschrieben

19.888 ha (2024: 18.782 ha) (20 % von der Gesamtfläche)

N/A

14_2

C5._Forest Europe

Regeneration (Forest Europe Indikator)

 

70 ha natürliche Neubildung und natürliche Ausbreitung des Waldes (Es gibt keine neuen Bereiche der Neubildung – dieser Bereich regeneriert sich weiterhin auf natürliche Weise.)
88,74 ha (2024: 204,06 ha) aufgeforstete und regenerierte Fläche durch Pflanzung und/oder Aussaat
0 % Niederwald, da Niederwald in Gebieten mit nativer Vegetation nicht ausgeführt wird

Geerntete Fläche kontinuier­lich wieder bepflanzt

14_3

C5._Forest Europe

Naturnähegrad der Wälder (Forest Europe Indikator)

Größe des Waldes nach Naturnähegrad

Im brasilianischen Kontext, entsprechen Schutzgebiete in den Plantagen den naturnahen Wäldern (ha); in 2025: 23.563 ha (2024: 22.980 ha)

2025 deklarierte Fläche der Plantagen: 71.089 (2024: 66.540 ha) (E4-5)

Weitere von der TNFD empfohlene Messgrößen und Indikatoren, die nicht mit den ESRS‑IROs von Lenzing verknüpft sind, aber dennoch für interessierte Stakeholder relevant sein könnten, sind hier verfügbar.

1https://foresteurope.org/sustainable-forest-management/

2Forest Europe 2015 und 2020: State of Europe’s Forest 2015. Ministerial Conference on the Protection of Forests in Europe, Juni 2016, und 2020, State of Europe´s Forest 2020. https://foresteurope.org/publications/

3Indikatoren für nachhaltige Waldbewirtschaftung in Österreich, Berichte von 2017 und 2020. https://info.bmlrt.gv.at/themen/wald/walddialog/dokumente.html, Waldberichte Tschechische Republik und Slowakei: Ministry of Agriculture of the Czech Republic, Information on Forests and Foresty in the Czech Republic by 2017 (Englisch), Zpráva o stavu lesa a lesního hospodářství České republiky v roce 2020 (Tschechisch). Ministry of Agriculture and Rural Development of the Slovak Republic, Report on the Forest Sector of the Slovak Republic 2020., Waldbericht der Bundesregierung: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Wald/waldbericht2021.pdf?__blob=publicationFile&v=11

4LDC Green Bonds Report 2025. https://ldcelulose.com.br/fileadmin/user_upload/gb_ld_celulose_eng_spreads.pdf

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