lenzing.com

Management von Stakeholdern

[SBM-2 45a]

Die komplexen globalen Nachhaltigkeitsherausforderungen, mit denen sich die Gesellschaft heutzutage konfrontiert sieht, erfordern einen gemeinschaftlichen Ansatz und die Entwicklung systemischer Lösungen. Ein zielführender Dialog mit den Stakeholdern ist daher unerlässlich. Er erfordert gegenseitigen Respekt, den Austausch von Wissen und Fachkenntnissen und ein aktives Anhören der Perspektiven der Partner. Ein effektiver Dialog beginnt mit der Bereitstellung transparenter Informationen, die den Stakeholdern ermöglichen, sich eine fundierte Meinung zu bilden, Risiken zu bewerten und Missverständnisse durch den Aufbau von Vertrauen abzuwenden. Der fortlaufende Dialog findet in verschiedenen Formaten statt, z. B. in Meetings, Arbeitsgruppen, Konferenzen, durch die Beantwortung von Anfragen, Umfragen und anderen Formen des Austauschs.

Wichtige Stakeholder-Gruppen

Wichtige Stakeholder-Gruppen (Illustration)

Wichtige Stakeholder

Die zentralen an diesem Dialog beteiligten Stakeholder sind in Abbildung „Wichtige Stakeholder-Gruppen“ dargestellt. Die wichtigsten Stakeholder der Lenzing Gruppe sind die Personen und Unternehmen, die von den Aktivitäten, dem unternehmerischen Handeln und den strategischen Zielen der Gruppe betroffen sein können oder die in der Lage sind, zur Erreichung dieser Ziele beizutragen. Lenzing betrachtet solche Stakeholder als strategische Partner, die ein erhebliches Interesse an und großen Einfluss auf die Bereiche haben, die Lenzing besonders am Herzen liegen. Eine ganz besondere Stakeholder-Gruppe sind Lenzings Mitarbeiter:innen. Ihre Leistungen, zusammen mit Transparenz und Zusammenarbeit, sind ein klares Zeugnis für die glaubwürdige Nachhaltigkeitsleistung der Lenzing Gruppe.

Weitere Informationen zu unseren wichtigsten Stakeholdern finden Sie im Fokuspapier „Einbeziehung von Stakeholdern“.

[SBM-2 45b]

Informationen darüber, wie die Ergebnisse des Stakeholder-Dialogs in der Wesentlichkeitsanalyse berücksichtigt werden, finden Sie im Abschnitt „Doppelte Wesentlichkeitsanalyse“ in diesem Kapitel.

Stakeholder-Interessen

Stakeholder

Interessiert in

Investoren

Kapitalrendite, Resilienz, Chancen, Risiken

Hochschulen, Medien

Negative (und positive) Umweltauswirkungen, bewährte Praktiken

NGOs/NPOs/Multistakeholder-Initiativen/Wirtschaftsverbände

Negative (und positive) Umweltauswirkungen, bewährte Verfahren, Fachwissen, Kenntnisse

Lieferanten

Stabiles Geschäft, kein Risiko eines Reputationsverlustes bei der Zusammenarbeit mit uns

Direkte Kunden (z. B. Spinner), indirekte Kunden (Marken, Einzelhändler)

Erreichen ihrer Ziele/Verpflichtungen; ihre Scope-3-Emissionen, Zertifizierungen, Audits, Lebenszyklusanalysen und Produktfußabdruck, Rückverfolgbarkeit, keine Risiken in der Wertschöpfungskette, Innovationsmöglichkeiten

Arbeitskräfte des Unternehmens

Sichere Arbeitsplätze, Gesundheit und Sicherheit, Ausbildung und Kompetenzentwicklung

Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette

Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz, Diversität, Kinder- und Zwangsarbeit, angemessener Wohnraum, Wasser und sanitäre Einrichtungen, Privatsphäre

Lokale Gemeinschaften

Lärm und Geruch

Endverbraucher

Produktsicherheit

[SBM-2 45d]

Der Aufsichtsrat und der Vorstand werden teilweise über die Ansichten und Interessen der betroffenen Stakeholder in Bezug auf nachhaltigkeitsbezogene wesentliche Auswirkungen informiert. Die Ansichten der eigenen Belegschaft werden über den Betriebsrat und das Ergebnis des Lenzing Climate Survey kommuniziert. Die Meinungen von Konsument:innen und Endnutzer:innen werden indirekt über Lenzings Kunden eingeholt und von Lenzings Vertriebsteams weitergegeben. Die Ansichten und Interessen der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (z. B. Lieferanten) werden der Konzernleitung nicht aktiv mitgeteilt.

Arbeitskräfte des Unternehmens

[S1 ESRS 2 SBM-2]

Die Interessen, Ansichten und Rechte der Arbeitskräfte von Lenzing, einschließlich des Schutzes ihrer Menschenrechte, beeinflussen die Strategie und das Geschäftsmodell des Unternehmens. In Übereinstimmung mit ihrer Unternehmenskultur räumt die Lenzing Gruppe den Menschen als strategischem Schwerpunkt oberste Priorität ein, da sie ein integraler Bestandteil ihres ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatzes sind.

Die Unternehmenskultur beruht auf langfristigen Partnerschaften, einer engen Zusammenarbeit, gegenseitigem Respekt sowie einem stetigen Austausch in offener und transparenter Atmosphäre. Die Interessen der Mitarbeiter:innen werden über etablierte Kanäle vertreten, einschließlich der direkten Einbindung der Führungskräfte und des Dialogs mit Arbeitnehmervertreter:innen. Diese Maßnahmen ermöglichen es der Belegschaft, regelmäßig ihre Ansichten einzubringen, und gewährleisten seitens der Belegschaft ein gutes Verständnis der Unternehmensstrategie, der Ziele, der Leistung, der Marktbedingungen, der finanziellen Situation und der Policies, sowie aller Fragen im Zusammenhang mit den Beschäftigungsbedingungen und ‑leistungen. Einzelheiten zu Formaten und Austausch finden Sie im Abschnitt „Kommunikation“ im Kapitel „S1 Arbeitskräfte des Unternehmens“.

Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit, Sicherheit und Wohlbefinden spiegeln sich in den internen Policies von Lenzing wider und bilden die Leitprinzipien dafür, wie wir unsere Mitarbeiter:innen beschäftigen, führen und fördern. Die Einhaltung dieser Standards wird durch Schulungen, Rechenschaftspflicht der Führungskräfte und Monitoring-Maßnahmen unterstützt.

Um die derzeitige Marktvolatilität zu bewältigen und sich auf künftige Herausforderungen vorzubereiten, hat Lenzing im Jahr 2024 ihren People Plan eingeführt. Dieser strategische Rahmen beinhaltet die vier Kernbereiche: organisatorische Performance, Diversität und Kultur, Führungskräfteentwicklung und Talentmanagement.

Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette

[S2 ESRS 2 SBM-2]

Die Lenzing Gruppe setzt sich für die weltweit anerkannten Menschenrechte und Rahmenbedingungen für Arbeitsnormen ein und toleriert keine Form von Menschenrechtsverletzungen. Das Engagement erstreckt sich auf die Wahrung der Rechte aller Arbeitskräfte in ihrem Einflussbereich im Einklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, dem UN Global Compact (UNGC), den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit.

In Bezug auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette stützt sich Lenzing hauptsächlich auf glaubwürdige externe Quellen, z. B. Nichtregierungsorganisationen (NGOs), gemeinnützige Organisationen (NPOs), Gewerkschaften, Risikodatenbanken und Regierungsberichte, sowie auf ihre interne Fachkompetenz, um Auswirkungen zu erkennen und zu bewerten. Lenzings Einflussbereich deckt momentan hauptsächlich ihre direkten Lieferanten und in geringerem Umfang auch ihre nachgelagerten Geschäftspartner in Bezug auf den Vertrieb, den Transport und die Lagerung der Lenzing Produkte ab. Lenzings Einfluss beschränkt sich gegenwärtig darauf, die Arbeitsbedingungen durch Audits zu überprüfen und sich auf externe Ratings und Standards zu stützen, z. B. das EcoVadis-Rating. In Anbetracht der potenziellen negativen Auswirkungen der Beschaffung auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette verfolgt Lenzing eine nachhaltige Beschaffungsstrategie.

Themenfilter

Ergebnisse für