Strategie
Management der sozialen Nachhaltigkeit
[S1 ESRS 2 SBM-3 13a]
Das Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen in Bezug auf die Arbeitskräfte von Lenzing ist eng mit Lenzings Unternehmensstrategie verknüpft, die auf Premiumisierung, Exzellenz, Innovation und Nachhaltigkeit aufbaut. Die folgenden Aspekte sind miteinander verbunden: Diversität fördert Innovation, die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben unterstützt Spitzenleistungen und soziale Nachhaltigkeit stärkt die Gesamtleistung1. Weitere Informationen zum übergeordneten Ansatz der doppelten Wesentlichkeit finden Sie im Abschnitt „Doppelte Wesentlichkeitsanalyse“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine Angaben“.
[S1 ESRS 2 SBM-3 14a]
Lenzing verpflichtet sich, ihre Geschäfte unter Wahrung der Menschenrechte und der Menschenwürde zu führen. Zu den Mitgliedern der Belegschaft von Lenzing, die wesentlich betroffen sein könnten, gehören sowohl Mitarbeiter:innen als auch nicht angestellte Beschäftigte. Bei den nicht angestellten Beschäftigten handelt es sich um einen kleinen Teil des Leasingpersonals und der Selbstständigen.
Auswirkungen
[S1 ESRS 2 SBM-3 14b, 15]
Das potenzielle negative Risiko für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden im Falle von Arbeitsunfällen ist vereinzelter Natur (individuelle Vorfälle). Da Lenzing ein produzierendes Unternehmen ist, sind die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für Arbeiter:innen höher als für Angestellte. Eine kurze Beschreibung der Auswirkungen, Risiken und Chancen finden Sie im Abschnitt „Auswirkungen, Risiken und Chancen“ in diesem Kapitel.
[S1 ESRS 2 SBM-3 14c]
Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (Work-Life-Balance) wirkt sich positiv auf die Arbeitskräfte von Lenzing aus. Einzelheiten zu den Maßnahmen, die zu positiven Auswirkungen führen, finden Sie unter der entsprechenden Maßnahme im Abschnitt „Maßnahmen“ dieses Kapitels.
Risiken und Chancen
[S1 ESRS 2 SBM-3 13b, 14d, 16]
Lenzing ist darauf angewiesen, das Vertrauen und die Motivation seiner Mitarbeitenden zu erhalten – insbesondere in Zeiten von Personalabbau und wirtschaftlicher Unsicherheit. Unzureichende Transparenz und ineffektive Kommunikation können dieses Vertrauen untergraben und die Motivation verringern. Wird dem nicht entgegengewirkt, kann dies zu einem sich verschlechternden Arbeitsklima beitragen, was wiederum unerwünschte Fluktuation erhöhen und die Produktivität senken kann. Solche Entwicklungen beeinträchtigen die operative Leistungsfähigkeit, schwächen den Wissensaufbau, reduzieren die Innovationskraft und erschweren die Umsetzung strategischer Prioritäten. Damit entsteht ein wesentliches Risiko für Lenzings Strategie und Geschäftsmodell, die beide in hohem Maße auf das Wohlbefinden, die Einbindung und die Leistungsfähigkeit der Belegschaft angewiesen sind. Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden stellt einen strategischen Schwerpunkt von Lenzing dar. Werden nicht ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten bereitgestellt, kann dies zu einem Mangel an qualifizierten Fachkräften und zu Lücken in der Nachfolgeplanung führen. Nicht zuletzt betrachtet Lenzing Diversität als Treiber für Innovation. Studien zeigen, dass vielfältig zusammengesetzte Teams die Innovationsfähigkeit stärken. Dieses Potenzial gilt für alle Personen, die zur Vielfalt der Belegschaft beitragen.
[S1 ESRS 2 SBM-3 14f, 14g]
Lenzing duldet keine Kinder- und Zwangsarbeit und steht damit im Einklang mit den IAO-Kernarbeitsnormen sowie den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie der eigenen Policy für Menschenrechte und Arbeitsstandards. Risikobewertungen auf Länderebene zeigen, dass in Regionen wie Teilen Asiens, Südamerikas, Osteuropas und Eurasiens ein höheres systemisches Risiko für Kinder- und Zwangsarbeit besteht. Dies ist kein Hinweis auf festgestellte Fälle in Lenzings eigenen Betrieben.
Um potenzielle Risiken zu minimieren, hat Lenzing Präventivmaßnahmen wie die Global Child Labor Remediation Procedure und jährliche Bewertungen mit dem Higg Facility Social & Labor Module (FSLM) eingeführt. 2025 haben alle Produktionsstandorte den vollständigen Verifizierungsprozess abgeschlossen. Sieben Standorte hatten diesen auch schon in den Vorjahren erfolgreich abgeschlossen, zwei Standorte wurden zum ersten Mal verifiziert. Der Prozess umfasste sowohl eine Selbstbewertung als auch Audits durch Dritte. Dies ist ein bedeutender Schritt zur Stärkung der sozialen Sorgfaltspflicht und der Transparenz in den weltweiten Aktivitäten des Unternehmens. Weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten „Policies“ und „Sozialaudits“ dieses Kapitels.
1Die zugrunde liegenden Studien und weitere Angaben, die diese Aussage untermauern, finden Sie im Lenzing Nachhaltigkeitsbericht 2022 im Kapitel Diversität.