Wertschöpfung in der Lenzing Gruppe
[SBM-1 40a i, ii]
Die Lenzing Gruppe setzt sich für eine ökologisch und sozial verantwortungsvolle Produktion von Fasern aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz ein, der in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und Plantagen angebaut wird. Als Innovationspionier ist Lenzing eine Partnerin der globalen Textil- und Vliesstoffhersteller und treibt zahlreiche neue technologische Entwicklungen in der gesamten Industrie voran.
Wertschöpfungskette
Die Lenzing Gruppe gehört zur Chemieindustrie und bedient den Fasermarkt mit regenerierten Cellulosefasern. Lenzing Fasern werden hauptsächlich für Bekleidung, Heimtextilien, technische Textilien und Hygieneprodukte verwendet. Lenzings Produktportfolio reicht von Faserzellstoff als Basisrohmaterial zur Faserherstellung, über innovative Spezialfasern, bis hin zu Energie sowie biobasierten Bioraffinerie- und Co-Produkten. Die wichtigsten Produktgruppen gemäß ESRS sind regenerierte Cellulosefasern und Faserzellstoff.
[SBM-1 40f]
Die Lenzing Gruppe vereint umfassende Kompetenz bei Faserzellstoff- und Bioraffinerieverfahren mit jahrzehntelanger Erfahrung in drei wesentlichen Faserprozesstechnologien:
Viscose
Modal
Lyocell
Aus den vorgenannten Prozessen haben sich weitere Entwicklungen und Technologien ergeben. Die bedeutenden Produkte von Lenzing tragen zu den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens bei. Die Nachhaltigkeitsziele finden Sie in den entsprechenden thematischen Kapiteln.
Die Wertschöpfungskette der Lenzing Gruppe ist in der Abbildung „Wertschöpfungskette“ dargestellt und wird im Folgenden beschrieben.
[SBM-1 42a, 42c]
Versorgung und Beschaffung
Die wichtigsten Rohmaterialien für die Produktion von Lenzing Fasern sind Holz, Faserzellstoff, Prozesschemikalien, Wasser und Energie. Lenzing sichert sich diese Ressourcen durch strategische Beschaffungsverträge, z. B. die Beschaffung von Holz meist über langfristige Lieferverträge. Lenzing bezieht ihre Rohmaterialien auch von eigenen Plantagen. Chemikalien werden überwiegend regional eingekauft, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Transportemissionen zu verringern.
Lenzing legt großen Wert auf eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Beschaffung. Die Auswahl und Bewertung von Lieferanten basieren auf Kriterien im Hinblick auf Umwelt, Soziales und Governance (ESG) sowie auf wirtschaftlichen und qualitätsbezogenen Kriterien.
Die identifizierten (potenziellen) Auswirkungen, Risiken und Chancen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette beziehen sich primär auf die Forstwirtschaft und die Chemieindustrie.
Produktion von Faserzellstoff und Cellulosefasern
Die Produktion erfolgt in zwei aufeinanderfolgenden Schritten: Zunächst wird Faserzellstoff hergestellt, der anschließend zu regenerierten Cellulosefasern verarbeitet wird. Lenzing produziert ihren eigenen Faserzellstoff in drei Bioraffinerien, in Lenzing (Österreich), Paskov (Tschechische Republik) und Indianópolis (Brasilien) und stellt Fasern auf Basis von Viscose-, Modal- und Lyocell-Technologien an sieben Produktionsstandorten her.
Lenzing ist bestrebt, modernste nachhaltige Produktionstechnologien einzusetzen, die sich durch hohe Ressourceneffizienz, hohe Rückgewinnungsquoten von Chemikalien und, wo möglich, durch geschlossene Kreisläufe für Chemikalien und Wasser auszeichnen. Der Prozess erzeugt auch Bioenergie, Bioraffinerie-Produkte und zusätzliche Co-Produkte, die die Kreislaufwirtschaft und die Wertschöpfung verbessern. Durch die Kombination von fundiertem Fachwissen in den Bereichen Zellstoff und Bioraffinerie mit jahrzehntelangem Know-how in der Faserproduktion agiert Lenzing als integrierte Herstellerin mit einer starken technologischen Basis.
Nachgelagerte Fertigung
Wie in Abbildung „Wertschöpfungskette“ unter „Produktionsschritte“ dargestellt, nutzen die Kunden in Lenzings nachgelagerter Wertschöpfungskette die Fasern für die Herstellung von Textilien, Vliesstoffen oder für industrielle Anwendungen.
Lenzing arbeitet eng mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette zusammen – vom Direktkunden bis zum Einzelhandel –, um die Faserverarbeitung zu unterstützen, Innovationen zu ermöglichen und gemeinsam neue Anwendungen zu entwickeln.
Die identifizierten (potenziellen) Auswirkungen, Risiken und Chancen in Lenzings nachgelagerter Wertschöpfungskette beziehen sich primär auf die Verarbeitungsschritte in der Textil- und Vliesstoffindustrie.
Vertrieb und Nutzungsphase
Nach der Herstellung werden die fertigen Produkte vertrieben, womit die Nutzungsphase bei den Konsument:innen beginnt.
Ende des Lebenszyklus
TÜV-zertifizierte LENZING™1 Fasern sind unter den richtigen Bedingungen kompostierbar und biologisch abbaubar. Die Kompostierbarkeit und die biologische Abbaubarkeit von Textil- und Vliesstoffprodukten am Ende ihres Lebenszyklus hängen jedoch von der Materialzusammensetzung (z. B. Fasermischungen) und von der Verarbeitung in der Wertschöpfungskette wie Färben und Finishing ab, was die biologische Abbaubarkeit oder die Recyclingoptionen einschränken kann.
[SBM-1 40e]
Weitere Informationen über die jeweiligen Regionen, Stakeholder und Produkte im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen finden Sie in den Abschnitten zu den Zielen in den jeweiligen thematischen Kapiteln.
Erwartete Resultate für Kunden, Investoren und die Natur
[SBM-1 42b]
Die verantwortungsbewussten Praktiken und innovativen Produkte von Lenzing ermöglichen es Kunden und Partnern in der Wertschöpfungskette, eine hohe Produktqualität und Funktionalität zu erzielen. Sie tragen darüber hinaus zur Verbesserung der Umwelt- und Sozialleistung bei und unterstützen so die Erfüllung ihrer eigenen Nachhaltigkeitsziele und ‑verpflichtungen.
Aktionär:innen profitieren von einer Investition in einen weltweit führenden Hersteller holzbasierter Cellulosefasern und einen anerkannten Innovator im Bereich Nachhaltigkeit, der in einem strukturell wachsenden Markt für hochwertige Premiumprodukte tätig ist.
Die Natur wird bei Lenzing als stiller Teilhaber betrachtet. Lenzing ist sich ihrer Verantwortung bewusst, die Nachhaltigkeitsleistung in der Textil- und Vliesstoffindustrie zu verbessern, und arbeitet mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Multi-Stakeholder-Initiativen zusammen, um den systemischen Wandel voranzutreiben.
Umsatzerlöse
[SBM-1 40b]
Informationen zum Gesamtumsatz der Lenzing Gruppe, gegliedert nach den Produktgruppen Fasern und Zellstoff, sind in der Tabelle „Umsatzerlöse von externen Kunden nach Produkten und Dienstleistungen“ in Note 4 im Konzernabschluss enthalten.
Belegschaft
[SBM-1 40a iii]
Belegschaft nach Land und in Personenanzahl |
2025 |
2024 |
|---|---|---|
Gesamtzahl Beschäftigte |
8.129 |
8.228 |
Österreich |
3.418 |
3.511 |
Brasilien |
1.282 |
1.236 |
Indonesien |
1.322 |
1.342 |
Tschechische Republik |
528 |
541 |
China |
802 |
816 |
USA |
201 |
212 |
Großbritannien |
227 |
225 |
Thailand |
276 |
269 |
Sonstige (Indien, Türkei, Korea, Singapur, Taiwan, Deutschland, Italien und Frankreich) |
73 |
76 |
1Zu den LENZING™ Fasern, die vom als biologisch abbaubar (Boden, Süßwasser und Meer) und kompostierbar (Haushalt und Industrie) zertifiziert sind, gehören die folgenden Produkte: LENZING™ Viscose Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Lyocell Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Modal Standard Textilien, LENZING™ Lyocell Filament, LENZING™ Lyocell Dry und LENZING™ Nonwoven Technologie. Eine Ausnahme bildet die TÜV-zertifizierte biologisch abbaubare und kompostierbare Faser LENZING™ Lyocell Filament, die die oben genannten Bedingungen mit Ausnahme der biologischen Abbaubarkeit im Meer erfüllt.