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Maßnahmen

[S2-4, MDR-A 68a]

Liste der wichtigen Maßnahmen

  • Vorgelagerte und nachgelagerte Wertschöpfungskette – Hotspot-Analyse

  • Einbindung von Lieferanten

    • Nachhaltige Holz und Faserzellstoffbeschaffung

    • EcoVadis

    • Vierteljährliche Lieferketten Nachhaltigkeitsrisikomanagement Meetings

    • Together for Sustainability (TfS)

Sorgfaltspflicht im Bereich Menschenrechte

[S2-4 32b, 35]

Lenzing hat im Berichtsjahr keine Vorfälle in ihrer Wertschöpfungskette identifiziert und daher keine Abhilfe für tatsächliche wesentliche Auswirkungen leisten müssen. Das Unternehmen arbeitet daran, sein Verständnis von Risiken in der Wertschöpfungskette weiter zu vertiefen, um sicherzustellen, dass die eigenen Praktiken keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Beschäftigte in der Wertschöpfungskette verursachen oder zu solchen beitragen. Derzeit kann noch nicht beurteilt werden, ob bzw. inwieweit das Unternehmen tatsächlich solche Auswirkungen verursacht oder zu solchen beiträgt.

[S2-4 32a, 32d]

Alle unten beschriebenen Maßnahmen unterstützen Lenzings Ziel „Einbindung von Lieferanten“. Durch einen besseren Einblick in Lenzings Lieferanten können potenzielle Menschenrechtsverletzungen wirksamer verhindert und/oder gemildert werden. Die Wirksamkeit der Maßnahmen von Lenzing wird anhand verschiedener quantitativen und qualitativen Kennzahlen nachvollzogen.

Vorgelagerte und nachgelagerte Wertschöpfungskette – Hotspot-Analyse

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Nachdem sich die Hotspot-Analyse 2024 vor allem mit Kinder- und Zwangsarbeit befasste, wurde sie im Berichtsjahr auf die Themen Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen, Diskriminierung, faire Beschäftigung, Auswirkungen auf Gemeinschaften sowie Korruption und Transparenz ausgeweitet. Die Analyse wurde bis Ende des dritten Quartals finalisiert. Da dies den ersten Schritt eines zweiphasigen Ansatzes darstellt, erfolgt die anschließende Bewertung und Priorisierung von Maßnahmen auf Grundlage der identifizierten Hotspots als zweiter Schritt. Folglich wurden die Ergebnisse noch nicht in die aktuelle Überarbeitung der Wesentlichkeitsanalyse einbezogen, sondern werden in das nächste Update einfließen.

Einbindung von Lieferanten

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Alle ausgewählten Lieferanten von Lenzing müssen bestätigen, dass sie Lenzings Globaler Verhaltenskodex für Lieferanten mit den darin enthaltenen Umwelt-, Arbeits- und Menschenrechtsstandards gelesen und verstanden haben und ihn beachten werden. Die Maßnahme wird weiterverfolgt, um die Einhaltung und Relevanz weiter sicherzustellen.

Nachhaltige Holz und Faserzellstoffbeschaffung

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Nach der Erstinformation im Jahr 2024 wurden die Verweise auf den Globalen Verhaltenskodex für Lieferanten und die Policy für Holz und Zellstoff in die allgemeinen Bedingungen für den Holzeinkauf von Lenzing integriert. Diese Verweise bleiben fortlaufend gültig und gelten für alle Holzlieferanten. So wird sichergestellt, dass Lenzings Grundsätze für Nachhaltigkeit und eine verantwortungsbewusste Beschaffung konsequent in den Lieferantenbeziehungen und Beschaffungspraktiken verankert werden.

Die FSC®-Zertifizierung stellt daneben sicher, dass die Anforderungen der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und die IAO-Erklärung eingehalten werden. Das stärkt das Bekenntnis des Unternehmens zu verantwortungsbewusster Beschaffung und unterstreicht die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen bei der Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Weitere Informationen zur FSC®-Zertifizierung finden Sie im Abschnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmensführung“.

EcoVadis

EcoVadis ist ein Anbieter von Nachhaltigkeitsratings für Unternehmen, der mehr als 100.000 Unternehmen in über 175 Ländern weltweit bewertet hat. Die Nachhaltigkeitsthemen umfassen Umwelt, Menschen- und Arbeitsrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung je nach Branche und Größe des Unternehmens. Im Abschnitt Menschen- und Arbeitsrechte des Fragebogens werden Unternehmen mit Blick auf Themen wie Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter:innen, Arbeitsbedingungen, sozialer Dialog, Karrieremanagement, Fälle von Kinderarbeit und anderes mehr bewertet.

In Übereinstimmung mit ihrem Ziel „Einbindung von Lieferanten“ ermutigt Lenzing eine zunehmende Anzahl von Lieferanten, sich von Anbietern von Nachhaltigkeitsratings bewerten zu lassen.

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Die Lieferantenleistung aller registrierten Lieferanten wird mithilfe des EcoVadis Dashboard fortlaufend überwacht. Dabei nutzt das System verschiedene Quellen zur Beobachtung relevanter Lieferanten, darunter die „360° Watch“. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz werden weltweit Nachrichtenquellen durchsucht. Die Suchergebnisse werden anschließend als positiv, neutral oder negativ eingestuft. Durch aktiven Dialog mit den Lieferanten soll erreicht werden, dass diese ihre Leistung verbessern und falls erforderlich Korrekturmaßnahmen ergreifen. Schwerwiegende negative Ergebnisse können sich auf das Gesamtrating eines Lieferanten auswirken. Die Ergebnisse der Lieferantenüberwachung und die erforderlichen Korrekturmaßnahmen werden durch die Einkäufer:innen und das Management von Lenzing regelmäßig überprüft.

Lenzing arbeitet darauf hin, Lieferanten insbesondere jene mit hohem Beschaffungsvolumen, in Nachhaltigkeitsbewertung einzubinden, idealerweise über EcoVadis oder Together for Sustainability (Tfs). Dabei erwartet Lenzing eine Mindestbewertung von 50 Punkten im EcoVadis-Rating. Die Anforderung ist fester Bestandteil von Lenzings Ansatz für nachhaltige Beschaffung und wird laufend überwacht. Lieferanten, die unter dieses Mindest-Rating fallen, müssen innerhalb von drei Monaten einen Korrekturmaßnahmenplan vorlegen, um die Geschäftsbeziehung aufrechtzuerhalten. Die Umsetzung und Wirksamkeit dieser Maßnahmen werden anschließend überprüft. 2025 wurden keine Lieferantenbeziehungen beendet.

Vierteljährliche Lieferketten Nachhaltigkeitsrisikomanagement Meetings

[S2-4 33a, 33b, MDR-A 68a, 68b, 68c]

Lenzings Einkäufer:innen und der Global Purchasing Sustainability Manager pflegen einen regelmäßigen Dialog. Darüber hinaus hat Lenzing ein vierteljährliches Meeting zum Thema Nachhaltigkeitsrisikomanagement in der Lieferkette als dauerhaften Governance-Mechanismus eingeführt. Daran nehmen Einkaufsleiter:innen, Supply-Chain- und Nachhaltigkeitsexpert:innen teil, um über Risiken und Chancen in der Wertschöpfungskette zu diskutieren und diese zu steuern. Dabei findet auch eine Risikobewertung der Lieferanten von Lenzing statt, die am schlechtesten abschneiden, wobei unter anderem Menschenrechtsaspekte berücksichtigt werden. Durch die regelmäßige Überprüfung der Lieferantenleistung und der Einleitung entsprechende Korrekturmaßnahmen sollen die negativen Auswirkungen auf Beschäftigte in der Wertschöpfungskette minimiert oder vermieden werden. Außerdem soll so das Bewusstsein für nachhaltigkeitsbezogene Risiken bei Lenzings Einkäufer:innen und auf Lieferantenseite gestärkt werden.

Together for Sustainability (TfS)

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Lieferanten, allen voran Chemikalien- und Logistikanbieter, werden kontinuierlich in Audits im Rahmen des Netzwerks Together for Sustainability (TfS) einbezogen. Dabei werden neben allgemeinen ESG-Kriterien auch die Leistungen in Bezug auf Menschenrechtsaspekte bewertet, wobei die Einhaltung aller geltenden Gesetze, wie z. B. der UN-Kinderrechtskonvention und der IAO-Übereinkommen, sichergestellt wird.

Zugeordnete Ressourcen

[S2-4 38]

Folgende Ressourcen wurden der Bewältigung wesentlicher Auswirkungen auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zugeordnet:

  • Im Bereich Global Purchasing: ein Purchasing Sustainability Expert

  • Im Bereich Commercial Affairs: ein Sustainability Expert

  • Im Bereich Corporate Sustainability: ein Social Sustainability Expert

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