Kennzahlen
Ressourcenzuflüsse
[E5-4 30]
Die wichtigsten Zuflüsse bei Lenzing sind Holz, Zellstoff, Chemikalien, Brennstoffe und Wasser. Das konsolidierte Gewicht der Materialien kann der Tabelle „Ressourcenzuflüsse“ entnommen werden.
Holz und Faserzellstoff
Holz als Material ist Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislauf und daher erneuerbar, sofern eine nachhaltige Forstwirtschaft praktiziert wird. Die Verarbeitung von Holz zu Fasern erfordert eine besondere Qualität von Zellstoff, der als Faserzellstoff bezeichnet wird. Die aktuellen Nennkapazitäten für Faserzellstoff der Lenzing Gruppe betragen 320.000 Tonnen am Standort Lenzing (Österreich) und 300.000 Tonnen am Standort Paskov (Tschechische Republik) und 600.000 Tonnen am Standort in Indianópolis (Brasilien). Die Standorte der eigenen Zellstoffwerke von Lenzing finden Sie im Kapitel „Die Standorte der Lenzing Gruppe“.
Ergänzend zur eigenen Faserzellstoffproduktion kauft Lenzing auch Faserzellstoff am Weltmarkt, zumeist im Rahmen langfristiger Lieferverträge. Eukalyptus, Kiefer und Fichte sind die vorherrschenden Holzarten, die von Lenzings Zellstofflieferanten verwendet werden. Verarbeitet werden auch Buche, Birke, Esche, Ahorn sowie andere Laub- und Nadelhölzer. Die tatsächlichen Baumarten variieren je nach Region und Qualitätsanforderungen. Das gesamte Holz stammt aus nachhaltigen Forstbetrieben, die nach den führenden Waldzertifizierungssystemen zertifiziert oder kontrolliert werden. Einen Überblick über die wichtigsten Baumarten nach Region finden Sie im „Anhang“. Lenzing stellt sicher, dass der Bleichprozess aller eingekauften Zellstoffe absolut chlorfrei (TCF) oder elementar chlorfrei (ECF) ist. Ferner werden 100 Prozent der Holz- und Zellstofflieferanten von Lenzing regelmäßig nach FSC®- und PEFC-Standards zertifiziert oder kontrolliert.1 Weitere Informationen zu den FSC®- und PEFC-Zertifizierungen finden Sie im Abschnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmensführung“.
Chemikalien
Lenzings wichtigste Chemikalien mit einem Anteil von rund 85 Prozent am gesamten Beschaffungsvolumen sind: Schwefelkohlenstoff (CS2), N-Methylmorpholin-N-Oxid (NMMO), Natriumhydroxid (NaOH), Schwefelsäure (H2SO4), Schwefel (S), Schwefeldioxid (SO2), Avivagen, Titandioxid (TiO2) und Zinksulfat (ZnSO4). Lenzing wendet bei der Lösungsmittelrückgewinnung in ihren Prozessen für die Herstellung von Viscose/Modal und Lyocell die besten verfügbaren Techniken an, wodurch sich der Bedarf an primären Rohstoffen verringert. Bei der Lyocell-Produktion kann das verwendete NMMO zu 99,8 Prozent zurückgewonnen und wiederverwendet werden. Schwefelkohlenstoff und andere Chemikalien, die zur Herstellung von Viscose- und Modalfasern eingesetzt werden, können zurückgewonnen und statt Rohstoffen in den Prozess zurückgeführt oder in das marktfähige Co-Produkt Natriumsulfat umgewandelt werden.
Lenzing ist bestrebt, ihre Chemikalien so weit wie möglich regional zu beschaffen. NMMO kann allerdings trotz intensiver Suche nach einer regionalen Bezugsquelle derzeit nicht regional beschafft werden. „Regional“ bedeutet für Lenzing dabei, aus dem Land, in dem sich die Produktionsanlage befindet, oder aus dem Nachbarland. Weitere Informationen zur regionalen Beschaffung finden Sie im Abschnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmensführung“.
Lenzing führte einen umfassenden Dialog mit ihren Lieferanten, um herauszufinden, welche Optionen bestehen, Natriumhydroxid mit reduzierten THG-Emissionen zu beschaffen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ im Kapitel „E1 Klimawandel“.
Brennstoffe
Die Faserproduktion ist ein energieintensiver Prozess, bei dem Lenzing etwa zwei Drittel erneuerbare Brennstoffe verwendet. Weitere Informationen über Brennstoffe finden Sie im Abschnitt „Energieverbrauch und Brennstoffe“ im Kapitel „E1 Klimawandel“. Im Einklang mit seinen Zielen war Lenzing der erste Cellulosefaserhersteller mit konkreten, wissenschaftlich fundierten Zielen, die von der Science Based Targets Initiative genehmigt wurden und auf eine Verringerung der THG-Emissionen bzw. fossiler Brennstoffe abzielen.
Wasser
Wasser ist eine wertvolle Ressource, die Lenzing für ihre Herstellungsprozesse benötigt. Weitere Informationen zum Thema Wasser und dessen Recycling finden Sie im Kapitel „E3 Wasser- und Meeresressourcen“.
Verpackung
Chemikalien werden in verschiedenen Verpackungsformen wie Containern und Big Bags geliefert. Lenzing hat mit ihren Lieferanten Rücknahmesysteme eingeführt, um Verpackungsabfälle zu reduzieren. Dies gewährleistet nicht nur eine ordnungsgemäße Entsorgung, sondern erleichtert auch die Wiederverwendung von Verpackungsmaterial.
Der Faserzellstoff wird in Güterwaggons und LKWs transportiert, während die Faserballen in Kunststofffolien verschickt werden. Das ist zum Schutz des Produkts und für den Transport notwendig. Gemessen am Verhältnis von Produkt- zu Verpackungsgewicht und am geringen Anteil von Verpackungsmaterial am gesamten Materialzufluss wird für Lenzings Produkte wenig Verpackungsmaterial benötigt. Das Recycling von Verpackungen für Faserballen liegt außerhalb der betrieblichen Systemgrenzen von Lenzing aufgrund fehlender Kontrolle und Einflussnahme auf die nachgelagerte Wertschöpfungskette. Dennoch prüft das Unternehmen derzeit Möglichkeiten zur Verringerung des Verpackungsabfalls bei verkauften Waren.
Das Management von Verpackungsabfällen liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Lenzing und ihren Geschäftspartnern. Die ordnungsgemäße Entsorgung, die Teilnahme an Recyclingprogrammen sowie Rücknahmesystemen können wesentlich zur Reduzierung von Verpackungsabfällen beitragen.
Sachanlagen
Informationen zu Lenzings Faser- und Zellstoffproduktion finden Sie im Abschnitt „Die Standorte der Lenzing Gruppe“ im Geschäftsbericht.
Vor dem Faserzellstoffherstellungsprozess werden schwere Geräte für das Entladen und Zerkleinern von Baumstämmen sowie Lager und Förderbänder für die Zwischenlagerung benötigt. Hackschnitzel und Prozesschemikalien werden durch verschiedene Kocher, Kessel und Tanks in Zellstoff und Kochlauge umgewandelt. Zusätzliche Anlagen für Waschen, Sieben und Bleichen sowie Trockenkammern und Blattpressen runden die erforderliche Ausrüstung für die Zellstoffproduktion ab. Bei der verbleibenden Kochlauge werden mit mehreren Rückgewinnungssystemen wertvolle Substanzen mit Hilfe von Kondensationsanlagen, Extraktions- und Fraktionierungssäulen separiert.
Beim Prozess zur Herstellung von Cellulosefasern werden verschiedene Anlagenteile benötigt, um die Spinnmasse zu Fasern zu spinnen, unter anderem Tanks, verschiedene Fässer und Reaktionskammern, Trockner und Filtrationssysteme. Die wichtigsten Geräte für die Spinnschritte sind die Spinndüsen, gefolgt von Anlagen zum Strecken und Schneiden von Stapelfasern, Wasch- und Reinigungsanlagen und Trocknern. Die Fasern werden zu Ballen gepresst, in Plastikfolie gewickelt und im Ballenlager gelagert, bevor sie auf der Schiene transportiert werden.
Für die Herstellung von Viscose/Modal- und Lyocellfasern sind Anlagen für die Rückgewinnung von Prozesschemikalien erforderlich, darunter Kessel, Filtrations- und Reinigungsanlagen, Extraktionssäulen, Öfen und Katalysatoren. Bei der Produktion von Bioraffinerie- und Co-Produkten werden auch Lagertürme und Verpackungseinheiten benötigt.
[E5-4 31]
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2025 |
2024 |
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Gesamtgewicht der im Berichtszeitraum verwendeten Produkte und technischer und biologischer Materialien (Mio. t) |
4,35 |
4,85 |
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Prozentualer Anteil an biologischer Materialien (und von Biokraftstoffen, die für nicht energetische Zwecke verwendet werden), die nachhaltig beschafft werden (% der insgesamt verwendeten Produkte und Materialien)1 |
81 % |
72 % |
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Gesamtgewicht der zur Herstellung der Produkte und im Rahmen der Dienstleistungen des Unternehmens verwendeten, wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Produkte und Materialien (Mio. t) |
1,84 |
2,33 |
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Prozent der zur Herstellung der Produkte und im Rahmen der Dienstleistungen des Unternehmens verwendeten, wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Produkte und Materialien (%)2 |
42 % |
48 % |
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[E5-4 32, MDR-M 77a]
In der Tabelle „Ressourcenzuflüsse“ sind Lenzings Materialzuflüsse gemessen am Gesamtgewicht der in den Jahren 2025 und 2024 eingesetzten technischen und biologischen Materialien dargestellt. Darin enthalten sind die für die Herstellung verwendeten wichtigsten Rohstoffe (Chemikalien, Holz und Zellstoff) und die Verpackungsmaterialien. Die Daten werden von allen Produktionsstandorten von Lenzing gesammelt und basieren auf direkten Messungen des Rohstoff-Inputs für die Fertigungsprozesse. Der Rohstoff-Input wird definiert als die gekaufte Menge, bereinigt um Veränderungen der gelagerten Menge. Diese Daten werden monatlich von den Betriebs- oder Einkaufsabteilungen der Standorte erstellt und in die Konzerndatenbank eingespeist, um sie auf Konzernebene zu aggregieren.
Die nachhaltig beschafften biologischen Materialien, hauptsächlich Holz und Zellstoff, haben einen Anteil von 81 Prozent am Gesamtgewicht aller eingesetzten Materialien. Die biologischen Materialien stammen zu 100 Prozent aus nachhaltigen Quellen. So stammt das gesamte Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Forstbetrieben, die nach den Zertifizierungssystemen FSC® and PEFC zertifiziert oder kontrolliert werden.1 Weitere Informationen zu diesen Systemen finden Sie im Abschnitt „Beschaffung“, Kapitel „G1 Unternehmensführung“. Weitere Informationen über das Kaskadenprinzip bei biologischen Materialien finden Sie im Abschnitt „Bioraffinerie für Zellstoffproduktion“ in diesem Kapitel.
Die Rückgewinnung von Chemikalien und Lösungsmitteln spiegelt sich im hohen Anteil an sekundären oder wiederverwendeten Materialien (42 Prozent) wider. Die Menge der zurückgewonnenen Stoffe basiert auf direkten Messungen (Ablesungen von Durchflussmessern) der zurückgewonnenen Chemikalien.
Ressourcenabflüsse
[E5-5 33, 35]
Die wichtigsten Produktabflüsse von Lenzing sind regenerierte Cellulosefasern, die in Anwendungen wie Bekleidung, Heimtextilien, Körperpflege- und Hygieneprodukte verwendet werden. Das Faserportfolio beinhaltet die drei Faserarten Lyocell, Modal und Viscose. Zellstoff und andere Bioraffinerie-Produkte sowie Co-Produkte aus der Faserproduktion werden an andere Branchen verkauft.
Um den Bedürfnissen einiger Stakeholder von Lenzing zu entsprechen, wurden die folgenden ESRS-Datenpunkte, die für Lenzing nicht wesentlich sind, im „Anhang“ dieses Berichts freiwillig ergänzt: E5-5 37, 39 Abfall.
Bioraffinerie- und Co-Produkte
[E5-5 35]
Lenzing verkauft ihre Bioraffinerie- und Co-Produkte an andere Branchen, darunter LENZING™ Essigsäure Biobased, LENZING™ Furfural Biobased, Xylose (Birkenzucker)2, LENZING™ Soda oder LENZING™ Magnesium-Lignosulfonat Biobased.
Natürliche Kreisläufe
[E5-5 34a i]
Biologische Abbaubarkeit
Lenzing Fasern bestehen aus Cellulose, einem der am häufigsten vorkommenden organischen Polymere. Cellulose ist von Natur aus biologisch abbaubar und wird vorwiegend aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz gewonnen. Holz ist Teil des biologischen Zyklus.
LENZING™ Lyocell-, Modal- und Viscose-Standardfasern sind vom TÜV Austria als biologisch abbaubar und kompostierbar zertifiziert.3 Durch die Eigenschaft dieser Fasern, in der natürlichen Umwelt sicher biologisch abgebaut zu werden, kann der Cellulosematerialkreislauf im Einklang mit dem biologischen Kreislauf geschlossen werden.
Eine 2023 von der Scripps Institution of Oceanography (SIO) durchgeführte Studie liefert den wissenschaftlichen Beweis, dass LENZING™ Standard Lyocell-, LENZING™ Standard Viscose- und LENZING™ Standard Modalfasern an der Meeresoberfläche und auch in der Tiefsee biologisch abbaubar sind.4 Die Studie bestätigt damit, dass diese Fasern am Ende ihres Lebenszyklus in das Ökosystem zurückkehren können. Wissenschaftler:innen des SIO an der University of California in San Diego hatten bereits 2021 festgestellt, dass LENZING™ Lyocellfasern unter Meeresoberflächenbedingungen vollständig und schnell biologisch abgebaut werden.5
Biologische Abbaubarkeit regenerierter Cellulosefasern im Vergleich zu natürlichen Cellulosefasern.
Eine Studie des Hydra Institute aus dem Jahr 20256
Cellulose ist ein besonders häufig vorkommendes natürliches Polymer, das in natürlichen Pflanzenfasern wie Baumwolle und als regenerierte Fasern wie Viscose, Modal und Lyocell vorkommt. Über den Verbleib der regenerierten Fasern in der Umwelt wird diskutiert, obwohl sie nur geringe strukturelle Unterschiede zur natürlichen Cellulose zeigen. Wir haben den biologischen Abbau von verschiedenen Cellulosematerialien, darunter Pulvern, losen Fasern, Stoffen und Vliesstoffen unter technischen und natürlichen Bedingungen in Boden, Kompost, Frischwasser und in der marinen Umwelt bewertet. Die Studie umfasste insgesamt 122 Szenarien in standardisierten Labortests, Mesokosmos-Experimenten und Feldversuchen in kalt-gemäßigten bis hin zu tropischen Regionen und bei Temperaturen von 0 bis 30 °C.
Alle Cellulosefasern erwiesen sich als von Natur aus biologisch abbaubar und die Halbwertszeiten des biologischen Abbaus lagen in der Regel zwischen Wochen und Monaten. Regenerierte Cellulose wurde in etwa gleich schnell wie natürliche Cellulose abgebaut, sodass es keinen Hinweis auf eine wissenschaftlich fundierte Unterscheidung zum Verhalten in der Umwelt gibt. Die Abbaugeschwindigkeit wurde hauptsächlich durch die Wasserverfügbarkeit, Temperatur und den Nährstoffgehalt bestimmt, Sauerstoff spielte dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Die Standardtests stimmten weitgehend mit den Feldbeobachtungen überein, was ihre Validität für die Bewertung der natürlichen biologischen Abbaubarkeit mit Umweltrelevanz bestätigt. Ihre Beständigkeit in realen Szenarien hängt allerdings eher von Modifikationen auf Produktebene wie Färben und Veredelung als von der Polymerart ab. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass Bewertungen von Umweltrisiken sich auf das Endprodukt konzentrieren sollten und nicht auf das Basispolymer.
Net Benefit-Fasern
[E5-5 35]
Lenzing bietet Net Benefit-Produkte, die sowohl ökologische und gesellschaftliche Vorteile als auch Nutzen für die Partner in der Wertschöpfungskette bieten und dabei viele konkurrierende Alternativen übertreffen. Diese Produkte berücksichtigen den gesamten Lebenszyklus, einschließlich der Prozesse in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Der Anteil von Net Benefit-Fasern/Spezialfasern lag 2025 gemessen am Faserumsatz belief sich auf 92,0 Prozent (2024: 92,6 Prozent). Dieser Prozentsatz ist eine freiwillige Angabe.
EU Ecolabel
Darüber hinaus sind TENCEL™ Lyocell- und Modalfasern und LENZING™ ECOVERO™ Fasern mit dem allgemein anerkannten EU Ecolabel zertifiziert7. Dieses Zeichen wird an Produkte vergeben, die während ihres gesamten Lebenszyklus hohe Umweltstandards erfüllen. Ohne Lenzings Produktionsprozesse mit hohen Rückgewinnungsraten wäre das EU Ecolabel nicht zu erreichen gewesen.
Fasern mit Klimaschutz
Auch 2025 waren TENCEL™ Lyocell, VEOCEL™ Viscose und VEOCEL™ Lyocell als von Climate Partner zertifizierte Produkte verfügbar. Diese Zertifizierung ebnet den Weg für die Offenlegung freiwilliger finanzieller Beiträge zu THG-Kompensationsprojekten als letztem Schritt in einem fünfstufigen Protokoll: Klimaschutzstrategie (einschließlich CO2-Fußabdruck), Reduktionsziele, umgesetzte Reduktionen, finanzierte Klimaschutzprojekte und transparente Kommunikation.
Spinngefärbte Fasern
Bei der TENCEL™ Modal mit Eco Color Technologie und TENCEL™ Modal mit Indigo Color Technologie werden die Fasern bei der Herstellung mit Pigmenten versetzt und helfen so, nachgelagerte und energieintensive konventionelle Färbeprozesse zu vermeiden. Ein aus diesen Fasern hergestellter Stoff weist 60 Prozent weniger Treibhausgasemissionen auf als konventionell gefärbte Stoffe8.
Modalfasern der Marke TENCEL™ Modal Color wurden erstmals im Jahr 2021 auf den Markt gebracht und haben sich als die Lösung etabliert, um die Nachfrage nach spinngefärbten Fasern bei Marken und Einzelhändlern zu decken.
Weitere Informationen zu Produkten und Technologien finden Sie auf der Lenzing Website.
Haltbarkeit und Reparaturfähigkeit
[E5-5 36a, 36b; MDR-M 77a]
Lenzings Fasern sind Zwischenprodukte, die in Fertigprodukte (z. B. T-Shirts und Feuchttücher) integriert werden. In Bezug auf die Haltbarkeit des Materials ist zu beachten, dass diese nicht nur von der Faser selbst bestimmt wird, sondern stark von den Textilverarbeitungsschritten und letztlich von der Zusammensetzung des Endprodukts beeinflusst wird. Sobald die Faser gesponnen ist, wird die „Haltbarkeit“ des Endprodukts durch zahlreiche kritische Faktoren bestimmt, etwa die Textilkonstruktion, Färbeverfahren, Oberflächenbehandlung und Finishing. Diese Prozesse der nachgelagerten Wertschöpfungskette variieren je nach Hersteller, maschineller Ausstattung und Prozessparametern stark. Sie haben großen Einfluss auf die Produkteigenschaften. Ein Vergleich der Fasermaterialien anhand des Branchendurchschnitts wird deshalb keine bedeutenden Erkenntnisse liefern. Aber die Optimierung spezifischer Produkte ist notwendig, um die Haltbarkeit zu verbessern. Darüber hinaus ist zwischen Textilien und Vliesstoffen zu unterscheiden, da die Nachhaltigkeitskriterien für die Produktionsprozesse ebenfalls unterschiedlich sind. Dies gilt analog für die Reparaturfähigkeit.
Modifikationen der obigen Aussagen sind möglich, wenn sich die Mindestanforderungen aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen ändern.
Recyclingfähigkeit
[E5-5 36c; MDR-A 77a]
Da regenerierte Cellulosefasern technisch zu neuen regenerierten Cellulosefasern recycelt werden können, sind sie zu 100 Prozent recycelbar. Die Recyclingquote bei Produktverpackungen beträgt ca. 90 Prozent. Hierbei handelt es sich um eine Schätzung für die gesamte Gruppe auf der Basis genauer Zahlen vom Standort im österreichischen Lenzing. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass Verpackungen, die nur aus einer Komponente, z. B. PET, hergestellt werden, recycelt werden können, Verpackungen aus zwei oder mehr Bestandteilen dagegen nicht. Die Recyclingquoten wurden berechnet, indem das Gesamtgewicht der in das Produkt/die Verpackung eingearbeiteten recycelbaren Materialien durch das Gesamtgewicht der Produkte/Verpackungen geteilt wurde.
[MDR-M 77b]
Mit Ausnahme des Prüfungsdienstleisters für diesen Bericht unterliegen die Ressourcenzuflüsse und ‑abflüsse keiner externen Verifizierung. Die nachhaltig bezogenen biobasierten Materialien sind jedoch zertifiziert.
1Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
2Von Partner aufbereitet/vermarktet
3Zu den LENZING™ Fasern, die vom TÜV als biologisch abbaubar (Boden, Süßwasser & Meer) und kompostierbar (Haushalt & Industrie) zertifiziert sind, gehören die folgenden Produkte: LENZING™ Viscose Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Lyocell Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Lyocell Dry und LENZING™ Nonwoven Technology. Ausnahmen in der Zertifizierung gibt es für die Faser LENZING™ Lyocell Filament, bei der die erforderlichen Tests zur Bestätigung der biologischen Abbaubarkeit in der marinen Umwelt nicht durchgeführt wurden.
4S.-J. Royer et al (2023). Not so biodegradable: Polylactic acid and cellulose/plastic blend textiles lack fast biodegradation in marine waters. Plos One, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0284681
5Royer, S.-J., Wiggin, K., Kogler, M., Deheyn, D.D., (2021). Degradation of synthetic and wood-based cellulose fabrics in the marine environment: Comparative assessment of field, aquarium, and bioreactor experiments. Science of The Total Environment, 791, 148060, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2021.148060
6Christian Lott et al., Hydra Institute, Deutschland. Native and regenerated cellulose show similar environmental biodegradation behavior across global terrestrial and aquatic ecosystems | bioRxiv https://www.biorxiv.org/content/10.64898/2025.12.24.696393v1
7Das Umweltzeichen EU Ecolabel wird von allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie von Norwegen, Liechtenstein und Island anerkannt. Das 1992 durch eine EU-Verordnung (Verordnung (EWG) Nr. 880/92) eingeführte freiwillige Label hat sich schrittweise zu einem Referenzpunkt für Verbraucher:innen entwickelt, die durch den Kauf umweltfreundlicherer Produkte und Dienstleistungen zu einer geringeren Umweltbelastung beitragen wollen. EU Ecolabel für Textilien (Lizenz Nr. AT/016/001)
8Terinte, N., Manda, B.M.K., Taylor, J., Schuster, K.C. and Patel, M. (2014). Environmental assessment of colored fabrics and opportunities for value creation: spin-dyeing versus conventional dyeing. In: Journal of Cleaner Production 72, pp. 127–138; da die einzelnen Schritte innerhalb der Textilverarbeitung für Modal- und Viscosefasern ähnlich sind, basiert die Angabe zu den Einsparungen auf den Berechnungen für die Stoffherstellung und die Färbung per Jet-Färbung ohne die Auswirkungen der Faserherstellung.