Maßnahmen
[E1-3; MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
Hebel Kontinuierliche Verbesserung
Hebel Brennstoffumstellung
Hebel Erneuerbare Elektrizität
Hebel Einbindung von Lieferanten
Naturbasierte Lösungen
Die Roadmaps werden auf Konzern- und Standortebene aktualisiert, einschließlich der Steuerung und Überwachung durch den Lenkungsausschuss. Maßnahmen festgelegter Roadmaps bewirken entweder direkt Emissionsreduktionen oder beeinflussen den Emissionsreduktionspfad über die Planung und Umsetzung der Dekarbonisierungshebel.
Die Aktivitäten zur Einbindung der Kunden schaffen den Anreiz für die Umsetzung von Maßnahmen in Scope 1, 2 und 3. Lenzing hat sich zum Ziel gesetzt, TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und VEOCEL™ Kunden sowie Kunden mit genehmigten SBTs und Klimaschutz-Engagement einzubinden. Es ist von entscheidender Bedeutung, diese Kunden dafür zu gewinnen, Produkte mit einem geringen CO2-Fußabdruck zu beziehen. Solche Partnerschaften stärken die Ambitionen zur Reduktion der THG-Emissionen und tragen zur Erreichung der SBTs bei.
[E1-3 29a, E1-3 AR 21]
Die wichtigsten Maßnahmen, die Lenzing im Berichtsjahr ergriffen hat, sind mit zentralen Dekarbonisierungshebeln verbunden. Diese Maßnahmen werden im Folgenden näher beschrieben. Je nach Art der Maßnahme, wie zum Beispiel einer Brennstoffumstellung oder Einbindung von Lieferanten, setzt Lenzing die derzeit verfügbaren internen Ressourcen nach Bedarf ein.
Hebel Kontinuierliche Verbesserung
[E1-3 29a]
Kontinuierliche Verbesserung bedeutet die regelmäßige Optimierung von Prozessen, Systemen und Abläufen, um die Energieeffizienz zu steigern und die THG-Emissionen im Laufe der Zeit zu reduzieren.
[E1-2 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen hat Lenzing am Standort Mobile (USA) bestehende Gaskessel gegen effizientere Modelle ausgetauscht. Diese Gaskessel sind entscheidend für die Erzeugung von Dampf, der während des gesamten Faserproduktionsprozesses benötigt wird. Der Einbau wurde 2025 abgeschlossen, und die neuen Kessel dürften an diesem Standort jährlich etwa 8.000 Tonnen weniger THG-Emissionen in Scope 1 verursachen. Diese Maßnahme unterstützt die Unternehmensstrategie für operative Verbesserungen, erhöht die Energieeffizienz und die Kostenwettbewerbsfähigkeit und trägt dazu bei, die SBTs zu erreichen. Lenzing investierte rund EUR 12 Mio. in den Ersatz der Gaskessel. Die Investitionsausgaben (CapEx) für dieses Projekt sind Teil der gesamten CapEx, die im Segmentbericht des Konzernabschlusses aufgeführt sind. Darüber hinaus wird das Projekt auch im Abschnitt „Investitionen“ des Lageberichts erwähnt.
Hebel Brennstoffumstellung
[E1-3 29a]
Lenzing ergreift eine Reihe von Maßnahmen, um den Energiemix weiter zu verbessern. Der Großteil der Reduktionen von Scope 1 und 2 bis 2030 wird durch die Umstellung des Primärenergieverbrauchs auf kohlenstoffarme Brennstoffe erreicht. Diese Umstellung wurde durch ein kürzlich in Nanjing (China) gestartetes Projekt zum schrittweisen Ausstieg aus der Kohle weiter vorangetrieben und wird mit Projekten an weiteren Standorten fortgesetzt, an denen Lenzing den Ersatz fossiler Brennstoffe durch Alternativen mit niedrigen CO2-Emissionen erwägt.
[E1-3 29b, 29c, MDR-A 68a, 68b, 68c, 69]
Im Jahr 2025 wurde mit der Installation und erfolgreichen Inbetriebnahme einer neuen Erdgasleitung und der zugehörigen Anlagen (Kessel und Turbine) am Produktionsstandort Nanjing (China) ein wichtiger Schritt zur Umstellung von kohlebasiertem Dampf auf ein 100 Prozent erdgasbasiertes System getan. Das System ist seit April 2025 in Betrieb und liefert eine solide Grundlage für die weitere Reduzierung der THG-Emissionen. Nach der vollständigen Umstellung auf eine erdgasbasierte Energieversorgung bis 2027 wird eine Reduzierung der THG-Emissionen um 100.000 Tonnen im Vergleich zu 2021 erwartet. Um diese Umstellung durchzuführen, hat Lenzing rund EUR 30 Mio. in ihren Viscosestandort in Nanjing (China) investiert. Die CapEx für dieses Projekt sind Teil der gesamten CapEx, die im Segmentbericht des Konzernabschlusses aufgeführt sind. Darüber hinaus wird das Projekt auch im Abschnitt „Investitionen“ des Lageberichts erwähnt.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Am Lenzing Standort in Indianópolis (Brasilien) wurde die Umstellung von Schweröl auf Erdgas eingeleitet, und der Vertrag mit dem Gaslieferanten erfolgreich abgeschlossen. Der Standort hat eine Vereinbarung über die Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) ab dem Jahr 2026. Dies ist als laufende Maßnahme konzipiert und soll zu einer Verringerung der Scope 1 THG-Emissionen um rund 38.000 Tonnen führen.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Der Standort Prachinburi (Thailand) stand vor der Herausforderung, aufgrund von Zuverlässigkeitsproblemen im Biomasse-Heizkraftwerk des Lieferpartners durchgehend 100 Prozent Energie aus Biomasse zu erhalten. Im Berichtsjahr bezog der Standort nur wenige Monate lang 100 Prozent Energie aus Biomasse. Aus diesem Grund wurde vereinbart, gemeinsam an kurz- und langfristigen technischen Lösungen zu arbeiten. Die Verhandlungen zur Sicherstellung einer konsequenten 100-prozentigen biogenen Energieversorgung in der Zukunft dauern an. Eine unmittelbare Reduktion der Scope 1 und Scope 2 Emissionen wird es nach vollständiger Umsetzung dieser Maßnahme nicht geben. Es werden jedoch Reduzierungen der THG-Emissionen in Höhe der derzeitigen Emissionen des Standorts von ca. 64.000 Tonnen erwartet, die sich bis spätestens 2030 einstellen werden.
Hebel Erneuerbare Elektrizität
[E1-3 29a, 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Lenzing Gruppe bezog im Jahr 2025 an sieben Produktionsstandorten 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen (Heiligenkreuz (Österreich), Indianópolis (Brasilien), Lenzing (Österreich), Mobile (USA), Nanjing (China), Paskov (Tschechische Republik), Purwakarta (Indonesien)), was zu einer Verringerung von rund 420.000 Tonnen THG-Emissionen führte. Es ist geplant, diese Maßnahme in den folgenden Jahren fortzusetzen. Durch die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen minimiert Lenzing ihre Umweltauswirkungen und beschleunigt ihren Fortschritt bei der Verringerung ihres CO2-Fußabdrucks in allen Geschäftsbereichen. Diese Vorgehensweise ist ein grundlegender Bestandteil der umfassenden Dekarbonisierungsstrategie von Lenzing und trägt zur Reduzierung der Scope 2 Emissionen bei.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2025 nahm Lenzing an ihrem Hauptsitz in Lenzing (Österreich) in Zusammenarbeit mit VERBUND eine neue Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 1,3 Megawatt-Peak (MWp) in Betrieb. Damit stieg die gesamte Photovoltaikkapazität auf 8,3 MWp. Diese Aktivität ist Teil der zuvor genannten Maßnahme und umfasst einen Stromabnahmevertrag (PPA). Dies trägt zur Diversifizierung der Energieversorgung bei, stärkt die Energieunabhängigkeit und steht im Einklang mit der langfristigen Energie- und Dekarbonisierungsstrategie von Lenzing.
Hebel Einbindung von Lieferanten
[E1-3 29a]
Die Einbindung von Lieferanten ist ein wesentlicher Hebel zur Reduktion von THG-Emissionen Scope 3, Kategorie 1 („Erworbene Waren und Dienstleistungen“). Dies gilt für die gesamte Lenzing Gruppe. Lenzing arbeitet mit wichtigen Lieferanten zusammen, um Natriumhydroxid (NaOH) mit geringem CO2-Fußabdruck zu beziehen, das mit erneuerbarer Elektrizität hergestellt wird. NaOH zählt zu den wichtigsten Rohstoffen für die Faserzellstoff- und Faserproduktion. Durch diese Einbindung werden Lieferanten für den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte und potenzielle Verbesserungen sensibilisiert, während gleichzeitig die Verfügbarkeit von NaOH mit geringem CO2-Fußabdruck für Lenzing sichergestellt ist.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Rahmen ihrer Einbindung von Lieferanten und im Einklang mit seinen Klimazielen für 2030 und 2050 steht Lenzing in kontinuierlichem Dialog, um Fachwissen zu Ökostrom und Lebenszyklusanalysen (LCAs) weiterzugeben. Von den Lieferanten werden regelmäßig spezifische CO2-Fußabdrücke eingeholt. Im Jahr 2025 bezog Lenzing NaOH mit geringem CO2-Fußabdruck von zwei Lieferanten in Europa und einem weiteren in Asien. Dadurch konnten im Vergleich zu herkömmlichem NaOH rund 85.000 Tonnen THG-Emissionen eingespart werden. In den kommenden Jahren erwartet Lenzing durch diese Maßnahme weitere Einsparungen. Durch den Einsatz von NaOH mit geringem CO2-Fußabdruck werden die THG-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Lenzing reduziert.
Naturbasierte Lösung
[E1-3 29a]
Nachhaltig bewirtschaftete naturnahe Wälder und Forstplantagen nehmen in ihrer aktiven Wachstumsphase mehr Kohlenstoff in Bäumen und geernteten Holzprodukten auf als baumreiche alternde Wälder, die sich dem Ende ihres Lebenszyklus nähern. Folglich können sie langfristig als Netto-Kohlenstoffsenke wirken.
[E1-3 29b, MDR-A 68a]
Lenzing trägt zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft bei, indem sie Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern bezieht, ihre eigenen Forstplantagen bewirtschaftet, zusammen mit Faserzellstofflieferanten aktiv Verbesserungen anstrebt und andere Stakeholder-Aktivitäten durchführt. Zudem unterstützt Lenzing Naturschutzprojekte, mit denen Wälder geschützt und wiederaufgeforstet werden. Wenngleich diese Maßnahmen zu keiner Reduktion direkter THG-Emissionen innerhalb der Scope 1, Scope 2 oder Scope 3 Berichtsgrenzen von Lenzing führen, tragen sie doch zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel bei, indem sie Kohlenstoffsenken vergrößern, regionale Klimasysteme stabilisieren und die Resilienz von Ökosystemen stärken. Lenzing unterstützt bzw. hat verschiedene Naturschutzprojekte weltweit unterstützt – sowohl innerhalb ihrer Wertschöpfungskette als auch darüber hinaus, wie in China, der Demokratischen Republik Kongo, Tansania und Burundi. Weitere Informationen zu Naturschutzprojekten und den Mindestangabepflichten finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ im Kapitel „E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme“.