lenzing.com

10. Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte

Die Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
TEUR

 

2025

2024

Planmäßige Abschreibungen

241.173

241.976

Verbrauchsabhängige Abschreibung (siehe Note 19)

74.022

63.037

Wertminderungen

81.953

3.751

Summe

397.148

308.764

Wertminderungen

Im Geschäftsjahr 2025 sind Wertminderungen von TEUR 81.953 den Umsatzkosten mit TEUR 80.121, den Vertriebsaufwendungen mit TEUR 1.344 und den Verwaltungsaufwendungen mit TEUR 487 zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2024 waren Wertminderungen in Höhe von TEUR 3.751 zur Gänze in den Verwaltungsaufwendungen enthalten.

Die im Geschäftsjahr 2024 vorgenommenen Wertminderungen betreffen ein Landnutzungsrecht in einer indischen Tochtergesellschaft, welche zum Zweck der Errichtung eines Viscosefaserwerkes in Indien gegründet wurde. Dieses Projekt wurde aufgrund rechtlicher Verzögerungen und der Verschlechterung des Marktumfeldes nicht mehr weiterverfolgt. Es erfolgte eine Evaluierung von alternativen Verwertungsmöglichkeiten für die in der Gesellschaft enthaltenen Vermögensgegenstände. Der erzielbare Betrag (TEUR 1.740) ergab einen Wertminderungsbedarf in Höhe von TEUR 3.751 auf Grundstücke und Bauten. Die Wertminderung ist dem Segment Division Faser zugeordnet.

Wertminderungen für immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs)

Bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 werden immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing sowie die umfassenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units/CGUs) auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Zum Stichtag jedes Konzernabschlusses bzw. jedes Konzernzwischenabschlusses erfolgt eine qualitativ und quantitativ ausgerichtete Analyse, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen beziehungsweise bei wertgeminderten CGUs wesentliche Veränderungen gegenüber dem Vorjahr eingetreten sind. Die Grundlage für diese Analyse folgt den Vorgaben des Managements der Lenzing AG. Sind die immateriellen Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing einer CGU mit Firmenwert zugeordnet, werden die immateriellen Anlagen, Sachanlagen sowie Nutzungsrechte Leasing im Rahmen des jährlichen Wertminderungstests für den Firmenwert mitgeprüft. In der Lenzing Gruppe sind die CGUs insbesondere die einzelnen Produktionsstandorte.

Die Lenzing Gruppe ermittelt den erzielbaren Betrag zunächst auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten. Vorstand und Aufsichtsrat bewilligen das Budget. Die Mittelfristpläne für die darauffolgenden vier Jahre werden vom Vorstand bewilligt und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Diese bilden den Ausgangspunkt für die Cashflow-Prognosen auf Nachsteuerbasis für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten. Das Management erstellt Planungsrechnungen grundsätzlich über einen Detailplanungszeitraum von fünf Jahren. Sollte der eingeschwungene Zustand nicht bereits am Ende des fünfjährigen Detailplanungszeitraums erreicht sein, wird dieser so weit verlängert, bis von einem eingeschwungenen Zustand der Zahlungsströme ausgegangen werden kann. Anschließend wird basierend auf den Annahmen des letzten Jahres mit einer ewigen Rente unter Berücksichtigung einer nachhaltigen langfristigen Wachstumsrate gerechnet. Als Schätzwert für die nachhaltige langfristige Wachstumsrate wird grundsätzlich die halbe Inflationsrate der nächsten Jahre im jeweiligen Land verwendet, die von einem internationalen Wirtschaftsauskunftsbüro erwartet wird. Dieser Wert gleicht tendenziell die allgemeine Teuerung aus. Eine wachstumsbedingte Thesaurierung finanzieller Überschüsse in der ewigen Rente wird in den Planungsrechnungen berücksichtigt. Zudem fließen die Risiken, die im Konzernlagebericht angeführt sind, in den Planungsrechnungen mit ein. Die geplanten bzw. prognostizierten Cashflows werden mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens (Discounted-Cashflow-Methode) auf einen Barwert abgezinst. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie eingeordnet, da wesentliche Inputfaktoren (insbesondere Cashflows) nicht am Markt beobachtbar sind. Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelter Mischsatz aus der durchschnittlichen Fremdkapitalverzinsung und der erwarteten Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (Weighted Average Cost of Capital / WACC). Für die Wertminderungstests 2025 von firmenwerttragenden CGUs wurden WACCs nach Steuern zwischen 8,1 Prozent und 8,9 Prozent verwendet (2024: zwischen 8,4 Prozent und 9,0 Prozent).

Bei der Bestimmung der WACCs wurden großteils extern verfügbare Kapitalmarktdaten von Vergleichsunternehmen verwendet (insbesondere zur Bestimmung der Risikoprämie). Die Planungen bzw. Prognosen von Free Cashflows basieren insbesondere auf internen und externen Annahmen über die künftig erwarteten Absatzpreise und ‑mengen (insbesondere Faser und Zellstoff) sowie die dazu notwendigen Kosten (insbesondere Rohstoffe wie Zellstoff, Holz und Energie, daneben auch Personal und Steuern) unter Berücksichtigung des erwarteten Marktumfeldes und der Marktpositionierung. Daneben spielen auch die angenommenen Investitionen und die Veränderungen des Working Capital eine Rolle. Diese internen Annahmen basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit, aktuellen operativen Ergebnissen und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen. Sie werden um externe Marktannahmen ergänzt, etwa branchenspezifische Marktstudien und Konjunkturaussichten.

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden Wertminderungen gemäß IAS 36 bei der CGU Fiber Site Indonesia in Höhe von TEUR 81.953 erfasst. Im Geschäftsjahr 2024 wurden keine Wertminderungen gemäß IAS 36 bei CGUs erfasst.

Bei wertgeminderten CGUs wurden in den Geschäftsjahren 2025 und 2024 keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr festgestellt, die zu einer Wertaufholung geführt hätten.

Wertminderungstest der CGU Fiber Site Indonesia

Die CGU Fiber Site Indonesia produziert Viscosefasern in Purwakarta, Indonesien. Die Verschlechterung des Marktumfeldes, welche vor allem durch die Auswirkungen der länderspezifischen US-Zollpolitik beeinflusst war, hat für die CGU Fiber Site Indonesia zu wesentlichen Verlusten geführt. Zusätzlich wurde im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 beschlossen, für den Standort in Indonesien die strategischen Optionen zu überprüfen, einschließlich eines möglichen Verkaufs. Damit wurde ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung gemäß IAS 36 für die CGU Fiber Site Indonesia ausgelöst. Infolgedessen wurde der erzielbare Betrag der langfristigen Vermögenswerte, insbesondere Sachanlagen ermittelt. Die beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten der einzelnen Vermögenswerte stellen dabei die Untergrenze für die Wertminderung dar. Der ermittelte beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (TEUR 13.207) ergab einen Wertminderungsbedarf in Höhe von TEUR 81.953. Es wurden Grundstücke und Bauten in Höhe von TEUR 24.012, technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 54.837 sowie geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau in Höhe von TEUR 3.103 wertgemindert. Sämtliche Vermögenswerte sind dem Segment Division Faser zugeordnet.

Da die Untergrenze für eine weitere etwaige Abwertung der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten darstellt, hätte eine Anpassung des Abzinsungssatzes (WACC) zu keiner weiteren Wertminderung geführt.

Im Geschäftsjahr 2024 wurde aufgrund eines Anhaltspunktes für Wertminderung gemäß IAS 36 der erzielbare Betrag der CGU Fiber Site Indonesia ermittelt. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte.

Wertminderungstest der CGU Fiber Site China

Die CGU Fiber Site China produziert Viscose- und Modalfasern in Nanjing, China. Aufgrund eines Anhaltspunktes für Wertminderung gemäß IAS 36 wurde der erzielbare Betrag der CGU Fiber Site China für das Geschäftsjahr 2025 ermittelt. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte.

Wertminderungstest der firmenwerttragenden CGUs

Die Firmenwerte sind zum Bilanzstichtag folgenden Segmenten bzw. CGUs zugeordnet:

Firmenwerte nach Segmenten bzw. CGUs
TEUR

 

31.12.2025

31.12.2024

Segment Division Pulp

 

 

CGU Pulp Site Czech Republic

10.896

10.469

Segment Division Fiber

 

 

Übrige CGUs

4.114

4.389

Summe

15.010

14.858

Der erzielbare Betrag der im Geschäftsjahr 2025 größten firmenwerttragenden CGU – der CGU Pulp Site Czech Republic – wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bestimmt. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie eingeordnet. Folgende individuelle Annahmen aus den zuletzt erstellten Wertminderungstests wurden beim jährlichen Test verwendet:

Annahmen beim Impairment Test der größten firmenwerttragenden CGU

 

2025

2024

CGU Pulp Site Czech Republic

 

 

Durchschnittliche operative Marge im Planungszeitraum p. a.

5,2 %

10,1 %

Langfristige Wachstumsrate der ewigen Rente

1,2 %

1,2 %

Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern

8,3 %

9,0 %

Das durchschnittliche Umsatzwachstum der CGU Pulp Site Czech Republic beträgt im Detailplanungszeitraum 2,2 Prozent p. a. (2024: 1,7 Prozent p. a.).

Die vorgenommene Schätzung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten der CGU Pulp Site Czech Republic übersteigt den Buchwert um TEUR 43.720 (2024: TEUR 199.054). Die folgende Tabelle zeigt im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse hypothetische Szenarien wesentlicher Annahmen und jene mögliche wertmäßige Veränderung zum Bilanzstichtag, bei deren Eintreten der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert der CGU zuzüglich des Firmenwerts wäre.

Sensitivitätsanalyse der Annahmen beim Impairment Test

 

Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Annahmen

Wertmäßige Veränderung der wesent­lichen Annahmen, bei der der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert wäre

CGU Pulp Site Czech Republic

 

 

Operative Marge

5,2 %

minus 1,5 Prozentpunkte

Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern

8,3 %

plus 1,7 Prozentpunkte

Sensitivitätsanalyse der Annahmen beim Impairment Test (Vorjahr)

 

Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Annahmen

Wertmäßige Veränderung der wesent­lichen Annahmen, bei der der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert wäre

CGU Pulp Site Czech Republic

 

 

Operative Marge

10,1 %

minus 7,4 Prozentpunkte

Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern

9,0 %

plus 9,1 Prozentpunkte

In den übrigen CGUs mit Firmenwert sind die CGU Fiber Site UK, die CGU Fiber Site Heiligenkreuz und die CGU Fiber Site USA enthalten. Für diese wurde eine langfristige Wachstumsrate von 1,0 Prozent bis zu 1,2 Prozent (2024: von 1,0 Prozent bis zu 1,2 Prozent) in der ewigen Rente berücksichtigt.

Neben der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung für CGUs mit Firmenwert, wurden in den Geschäftsjahren 2025 und 2024 zusätzlich ein Anhaltspunkt für Wertminderung gemäß IAS 36 bei der CGU Fiber Site Heiligenkreuz aufgrund der Verschlechterung des Marktumfeldes, das Auswirkungen auf Mengen- und Preisgerüst der produzierten Fasern hat, identifiziert und somit der erzielbare Betrag ermittelt. Dieser ergab in beiden Geschäftsjahren eine ausreichende Deckung der Buchwerte. Das durchschnittliche EBITDA-Wachstum der CGU Fiber Site Heiligenkreuz betrug sowohl im Geschäftsjahr 2025 als auch im Geschäftsjahr 2024 im Detailplanungszeitraum ein Vielfaches von jenem in der ewigen Rente. Die operative Marge der CGU Fiber Site Heiligenkreuz beträgt 3,2 Prozent (2024: 3,9 Prozent) und dürfte maximal um 0,5 Prozentpunkte (2024: 0,7 Prozentpunkte) sinken, damit die Buchwerte durch den erzielbaren Betrag ausreichend gedeckt sind. Der Abzinsungssatz (WACC) beträgt 8,1 Prozent (2024: 8,4 Prozent) und dürfte maximal um 1,0 Prozentpunkte (2024: 1,4 Prozentpunkte) steigen. Der ermittelte erzielbare Betrag würde bei einer Erhöhung (Verringerung) des geplanten EBITDA um 20 Prozent um TEUR 54.761 steigen bzw. um TEUR 54.958 fallen. Im Falle einer Verringerung des EBITDA um 20 Prozent würde der erzielbare Betrag TEUR 32.924 unterhalb der Buchwerte liegen.

Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt, mit folgenden wesentlichen Annahmen:

  • Das Umsatzwachstum ist abhängig von der CCF Preisableitung inklusive Prämien für Spezialprodukte. Dabei geht man von einer laufenden Premiumisierung des Portfolios aus, was zu einem durchschnittlichen Wachstum im Detailplanungszeitraum von 6,2 % führt.

  • Bei den geplanten Investitionen ist im Detailplanungszeitraum eine Investition berücksichtigt, die zu einem Einsparungspotenzial führt und somit wesentliche Auswirkungen auf das geplante EBITDA hat.

Weiterführende Links

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mehr erfahren
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Themenfilter

Ergebnisse für