lenzing.com

Lenzings Maßnahmen

[E4-3, MDR-A 68a]

Liste der wichtigen Maßnahmen

  • Avoid (Vermeiden): Sorgfaltspflicht in Bezug auf Biodiversität durch nachhaltige Beschaffung

  • Restore (Wiederherstellen): Lenzings Plantage in Brasilien

  • Restore (Wiederherstellen): Erhalt und Verbesserung von Ökosystemleistungen in Österreich

  • Transform (Transformieren): Forschungsaktivitäten im Bereich Biodiversität

  • Maßnahmen über die Wertschöpfungskette hinaus

[E4-3 28a]

Um die Maßnahmen von Lenzing im Bereich biologische Vielfalt und Ökosysteme darzulegen, wird der AR3T-Aktionsrahmen (Avoid, Reduce, Restore, Regenerate, Transform, dt.: Vermeiden, Reduzieren, Wiederherstellen, Verbessern, Transformieren) als praktisches Einstufungssystem herangezogen. Entwickelt wurde er ausgehend von der Hierarchie der Mitigationsmaßnahmen, die im Performance Standard 6 der International Financial Corporation beschrieben ist.

AR3T Aktionsrahmen, von SBTN (2020)1

Avoid (Vermeiden)

 

Auswirkungen von vornherein verhindern: die Auswirkungen vollständig vermeiden

 

Reduce (Reduzieren)

 

Minimieren der Auswirkungen, ohne sie jedoch unbedingt zu beseitigen

 

Restore (Wiederherstellen)

 

Initiierung oder Beschleunigung der Wiederherstellung eines Ökosystems im Hinblick auf seine Gesundheit, Integrität und Nachhaltigkeit, wobei der Schwerpunkt auf dauerhaften Zustandsänderungen liegt

 

Verbessern

 

Ergreifen von Maßnahmen, die im Rahmen der bestehenden Landnutzung zur Verbesserung der biophysikalischen Funktion und/oder ökologischen Produktivität eines Ökosystems oder seiner Bestandteile, oft mit Schwerpunkt auf einigen wenigen spezifischen Beiträgen der Natur für den Menschen (z. B. konzentriert sich die regenerative Landwirtschaft oft auf die Kohlenstoffabscheidung, die Nahrungsmittelproduktion und die Stickstoff- und Phosphorrückhaltung)

 

Transformieren

 

Ergreifen von Maßnahmen, die zu einem systemweiten Wandel beitragen, insbesondere um die Triebfedern des Naturverlusts zu verändern, z. B. durch technologische, wirtschaftliche, institutionelle und soziale Faktoren und Veränderungen der zugrunde liegenden Werte und Verhaltensweisen

 

1

SCIENCE-BASED TARGETS for NATURE. Initial Guidance for Business. (2020)

[E4-3 28b, 28c]

Lenzing unterstützt weltweit mehrere Wiederherstellungs- und Regenerationsprojekte inner- und außerhalb ihrer Wertschöpfungskette, führt aber keine Kompensationsmaßnahmen für die biologische Vielfalt durch. Die Einbeziehung von Stakeholdern findet zwar statt, bislang wurden jedoch noch kein lokales oder indigenes Wissen über naturbasierte Lösungen und andere damit verbundene Aspekte in interne Prozesse eingebunden.

Avoid (Vermeiden): Sorgfaltspflicht in Bezug auf Biodiversität durch nachhaltige Beschaffung

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Holz und Faserzellstoff sind die wichtigsten Rohstoffe für Lenzing. Das Unternehmen bekennt sich zu einer nachhaltigen Beschaffung, die eine entwaldungsfreie Lieferkette sicherstellen soll. Alle von der Lenzing Gruppe verwendeten Holz- und Faserzellstoffressourcen sind entweder FSC®- oder PEFC-zertifiziert oder werden entsprechend diesen Standards kontrolliert.1 Dies wird kontinuierlich durch jährliche interne und externe Audits sichergestellt. Ausführliche Informationen zur Zertifizierung und zur Sorgfaltspflicht finden Sie im Abschnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmensführung“ und im Fokuspapier „Wood and pulp“.

Die Forstzertifikate der Lenzing Gruppe umfassen internationale Kriterien für den Schutz der biologischen Vielfalt und der Wald-Ökosysteme. Nationale Standards, die von Land zu Land unterschiedlich sein können, enthalten zusätzliche Anforderungen.

Restore (Wiederherstellen): Lenzings Plantage in Brasilien

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Um dem Risiko der Holzknappheit entgegenzuwirken, betreibt Lenzing in Brasilien ihre eigene Eukalyptusplantage (Lizenzcodes: FSC-C175509, FSC-C165948), damit eine zuverlässige und nachhaltige Holzversorgung sichergestellt ist. Die Plantage wird vom Joint Venture LD Celulose bewirtschaftet, das zielgerichtete Maßnahmen für den Schutz der biologischen Vielfalt und die Erhaltung der Boden- und Wasserqualität umsetzt. LD Celulose verwendet keine gentechnisch veränderten Organismen (GVOs). Die Plantage liegt etwa 800 km von der Amazonas-Region entfernt.

Die fortwährenden Maßnahmen von LD Celulose beinhalten eine schonende Bodenbearbeitung, um die Nährstoffzyklen zu erhalten, eine parzellenspezifische Düngung gemäß der Bodenanalyse, die Schaffung ökologischer Korridore zur Verbindung von Lebensräumen sowie die Überwachung und den Schutz von Auwäldern, die gemäß brasilianischem Gesetz als permanente Erhaltungsflächen ausgewiesen sind. Der Forstbewirtschaftungsplan wurde überarbeitet, um die Schädlingskontrolle zu verbessern und das Risiko einer Ausbreitung von Eukalyptus in natürliche Vegetationszonen zu verringern. Das Monitoring der Flora und Fauna findet ein- oder zweimal jährlich statt und deckt die gesamte Plantagenfläche ab.

Restore (Wiederherstellen): Erhalt und Verbesserung von Ökosystemleistungen in Österreich

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Lenzing steht seit 2022 in einem aktiven Dialog mit ihren Holzlieferanten in Österreich, um Ökosystemleistungen von Wäldern zu erhalten und zu unterstützen, und geht dabei das konkrete Risiko von „Holzknappheit und hohen Holzpreisen“ an. Das Zellstoffwerk am Standort Lenzing bezieht mehr als 35 Prozent seines Holzes von österreichischen Wäldern, daher ist die Vitalität dieser Wälder von besonderer Bedeutung.

Als Mitglied der Allianz für Biodiversität arbeitet Lenzing mit der Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf) zusammen. Im Rahmen des bestehenden Aktionsplans zum Schutz und zur Wiederherstellung der Torfmoore im Ausseerland in der Steiermark (Österreich) unterstützt Lenzing einige Maßnahmen, die im Herbst 2024 begannen und 2025 abgeschlossen wurden. Dabei wurden Feuchtwiesen mit ihrer außergewöhnlich hohen biologischen Vielfalt und Amphibienteiche wiederhergestellt. Im Jahr 2025 wurde ein Projekt für die Wiederherstellung von Laichgründen für gefährdete Fischarten im Fluss Traun in Oberösterreich beschlossen, das Anfang 2026 umgesetzt werden soll. Der österreichische Standort Lenzing liegt im Einzugsgebiet dieses Flusses.

Transform (Transformieren): Forschungsaktivitäten im Bereich Biodiversität

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Im Jahr 2023 begannen Lenzing und Wood K Plus eine Doktorandenstudie zum Thema Biodiversitätsmetriken, um Unternehmensauswirkungen und Abhängigkeiten zu bewerten. Als erstes Ergebnis wurde 2025 eine Übersichtsarbeit zu den Methoden der SBTN für die Schritte „Bewerten“ und „Interpretieren und priorisieren“ veröffentlicht.2 Im gleichen Jahr wurde eine Studie über die Anwendbarkeit von Indikatoren für eine nachhaltige Forstwirtschaft abgeschlossen, deren Veröffentlichung noch aussteht. Diese 2026 weiterlaufende Forschung unterstützt die Entwicklung der Biodiversitätsstrategie von Lenzing, insbesondere die Auswahl geeigneter Indikatoren für Ursachen von Veränderungen in der Natur und des Zustands der Natur.

Im Rahmen eines öffentlich geförderten Forschungsprojekts „Biodiversität und multifunktionale Bewirtschaftung im Wald“ (BIMUWA)3 in Österreich wurden konkrete Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Arten (Rote Liste) und zur Steigerung der biologischen Vielfalt unter lokalen Bedingungen der PEFC-Region 6 (Steiermark und Kärnten) entwickelt. Diese Maßnahmen werden bereits in die tägliche Forstwirtschaft integriert. Die ÖBf setzt diese in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Umweltdachverband um. Da die Maßnahmen konkret und dabei relativ leicht umsetzbar sind, sind die positiven Effekte auf große Waldflächen skalierbar. Das Folgeprojekt für die PEFC-Region 2 (Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg) wurde 2025 eingeleitet und wird über öffentliche Gelder und Beiträge von Unternehmen, darunter auch Lenzing, finanziert. Die Umsetzung soll 2026 beginnen.

Maßnahmen über die Wertschöpfungskette hinaus

Darüber hinaus unterstützt Lenzing Maßnahmen zur Walderhaltung in Regionen außerhalb ihrer eigenen Lieferkette. Diese Projekte wirken dem „Risiko der Holzknappheit durch nicht widerstandsfähige Wälder und Auswirkungen der steigenden globalen Durchschnittstemperatur“ sowie dem „Risiko steigender Holzpreise durch Klimawandel und Biomasse-Konkurrenz“ entgegen. Zudem tragen sie zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel bei, indem sie Kohlenstoffsenken stärken, regionale Klimasysteme stabilisieren und die Resilienz von Ökosystemen verbessern. Maßnahmen gegen „den Klimawandel als Treiber des Verlusts an biologischer Vielfalt“ finden Sie im Kapitel „E1 Klimawandel“.

Regenerate (Verbessern): Soziale Innovation für Gemeinschaften

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

In der Region Luozi in der Demokratischen Republik Kongo trägt Lenzing zur Finanzierung eines Pilotprojekts von Caritas Oberösterreich bei, das soziale und ökologische Maßnahmen verbindet, um die Umwelt nachhaltig zu schützen. Mit dem Projekt werden CO2-Emissionen durch die Förderung alternativer Kohle aus landwirtschaftlichen Abfällen und die Verwendung energiesparender Herde reduziert, sodass die Abhängigkeit von Holz sinkt. Einkommensgenerierende Tätigkeiten wie die Agroforstwirtschaft und Bienenhaltung helfen Kleinbauern, sich von Holzkohle abzuwenden, während gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit verbessert und die Entwaldung verringert werden. Flankierende Maßnahmen für Interessenvertretung und Bildung sollen die Brandrodung begrenzen und den Waldschutz verbessern. Das Projekt wurde im Oktober 2023 eingeleitet und wird bis 2026 laufen.

Restore (Wiederherstellen): Nachhaltige Landwirtschaft und Agroforstwirtschaft

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Die Entwaldung in Tansania hat verheerende Auswirkungen auf Ökosysteme und die Lebensgrundlagen im ländlichen Raum. Lenzing unterstützt in Zusammenarbeit mit Sustainable Agriculture Tanzania (SAT) ein Projekt in der Region Morogoro und im Naturwaldreservat Uluguru, um die Umweltbedingungen, den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Stabilisierung des Wasserkreislaufs zu verbessern, die Bodenerosion zu verringern und lokale Gemeinschaften zu stärken. Kleinbauern werden beim Anpflanzen von heimischen Bäumen sowie von Gewürz- und Obstbäumen unterstützt. Das Projekt wird von SAT und Inspiring Cooperation Empowering People (ICEP) umgesetzt, wobei Lenzing von 2024 bis 2025 eine Finanzierungsrolle übernimmt.

Regenerate (Verbessern): Projekt für Wiederaufforstung und Klimaschutz

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

In Burundi unterstützt Lenzing ein Kooperationsprojekt im Ruvubu National Park für die Wiederherstellung eines Ökosystems und den Klimaschutz. Die Initiative, die in Partnerschaft mit Caritas Steiermark, ODAG-Caritas Gitega und der Universität von Burundi durchgeführt wird, soll den Nutzungsdruck verringern und das natürliche Ökosystem durch Wiederaufforstung mit heimischen Bäumen wiederherstellen. Ziel ist, lokale Lebensgrundlagen zu stärken, indem eine Sensibilisierung erfolgt und Bauernfamilien in Mutumba und Nyabikere Schulungen in nachhaltiger Forst- und Landwirtschaft erhalten. Dadurch sollen die Umweltbedingungen verbessert werde, z. B. durch die Kontrolle von Waldbränden und die Eindämmung von illegalen Aktivitäten. Das Projekt wird durch die Partnerorganisationen umgesetzt, und Lenzing unterstützt es von 2024 bis 2026 finanziell.

Restore (Wiederherstellen): Fashion Forest Afforestation Project

[MDR-A 68a, 68b, 68c]

Lenzing Fiber (Shanghai) Co., Ltd. arbeitet zusammen mit dem China National Textile and Apparel Council (CNTAC) und der China Green Carbon Foundation (CGCF) am Fashion Forest – Ecologic Carbon Neutral Forest Projekt im Suochong Village, Sangdui Township im Kreis Daocheng in der Provinz Sichuan. In der Initiative spiegelt sich das Bekenntnis von Lenzing zu Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusster Beschaffung von Rohstoffen wider. Außerdem unterstreicht sie ihren Beitrag zur biologischen Vielfalt und zur Erhaltung von Ökosystemen durch die aktive Einbeziehung von Stakeholdern.

Schwerpunkt des Projekts ist die Aufforstung mit Fichten, um hochgelegene Waldökosysteme wiederherzustellen, indem rund 35.000 Qinghai-Fichten auf einer Fläche von 18 Hektar angepflanzt werden. Es unterstützt die Widerstandsfähigkeit des lokalen Ökosystems und hilft lokalen Gemeinschaften, sich an den Klimawandel anzupassen. Außerdem soll es das Bewusstsein der Bevölkerung für Naturschutz schärfen und lokalen Gemeinschaften mehr Beschäftigungsmöglichkeiten in der Forstwirtschaft und der Walderhaltung bieten. Das Projekt begann offiziell 2025 und wird vier Jahre lang laufen. Im Berichtszeitraum 2024 fand eine Auftaktveranstaltung statt.

1Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92

2Barth, A. et al. (2025). Bridging business and biodiversity: An analysis of biodiversity assessment tools. Environmental and Sustainability Indicators, 26, 100682. https://doi.org/10.1016/j.indic.2025.100682

3https://www.bundesforste.at/leistungen/naturraummanagement/foerderprojekte/biodiversitaet-und-multifunktionale-bewirtschaftung-im-wald.html

Themenfilter

Ergebnisse für