Maßnahmen
[E3-2, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
Integration von globalen wasserbezogenen Bewertungsinstrumenten in das Risikomanagement
Wasserfußabdruck von Faserprodukten und Rohstoffen
Kontinuierliche und gezielte Maßnahmen
Higg Facility Environmental Module (FEM)
Integration von globalen wasserbezogenen Bewertungsinstrumenten in das Risikomanagement
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Tätigkeiten von Lenzing hängen von der Nutzung von Wasserressourcen ab, sodass ein zuverlässiger Zugang zu Frischwasser potenzielle Umwelt- und Geschäftsrisiken birgt. Das Wasserrisiko auf Unternehmensebene wird bewertet, indem kontextualisierte qualitative und quantitative Informationen über die Lieferkette erfasst werden. Mithilfe von Instrumenten wie dem WRI Aqueduct Water Risk Atlas und dem WWF Water Risk Filter bewertet Lenzing aktuelle Wassereinzugsgebiete und identifiziert standortspezifische Risiken, unter anderem Regionen mit hohem Wasserstress. Die Produktionsstätte in Prachinburi (Thailand) verwendet die wassereffiziente Lyocell-Technologie und ist der einzige Standort des Konzerns in einer Region mit hohem Wasserstress. Darüber hinaus geben maßgeschneiderte Tools Aufschluss über zukünftige Szenarien, unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit und ‑qualität. Die Bewertung des Wasserrisikos ist ein laufender jährlicher Prozess und wurde auch im Berichtsjahr durchgeführt. Dank dieser Maßnahme kann Lenzing ihren Kunden Fasern anbieten, die Bedenken hinsichtlich der Wasserknappheit Rechnung tragen.
Wasserfußabdruck von Faserprodukten und Rohstoffen
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Auf der Produktebene ist die LCA das wichtigste Instrument zur Bewertung der Cradle-to-Gate-Auswirkungen durch die direkte und indirekte Geschäftstätigkeit, d. h. bei der eigenen Zellstoff- und Faserproduktion bzw. in vorgelagerten Lieferketten. Die LCA unterstützt produktbezogene Umweltaussagen und hilft bei der Identifizierung von Verbesserungspotenzial, z. B. in der Zellstoff-Produktion (einschließlich Recycling) oder beim Einsatz wichtiger Chemikalien. Die Bewertung wird durch die Erhebung von Umweltdaten zu internen Tätigkeiten unterstützt. Hierzu zählen Wasserverbrauch, Abwässer und die Ausleitung prioritärer besorgniserregender Stoffe, sowie die zunehmende Erhebung von Primärdaten zur Wassernutzung bei Lieferanten. Während der Fokus ursprünglich auf Zellstofflieferanten lag, werden nun auch Primärdaten von wichtigen Chemikalienlieferanten angefordert. Lenzing erfasst systematisch Daten aus der eigenen Produktion und von ihren Lieferanten, um sicherzustellen, dass die LCA-Berechnungen kontinuierlich aktualisiert werden und den realistischen Wasserfußabdruck ihrer Produkte widerspiegeln.
Kontinuierliche und zielgerichtete Maßnahmen
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
2025 setzte das Zellstoffwerk in Paskov (Tschechische Republik) nach einem Leck in den Prozess- und Trinkwassersystemen Korrekturmaßnahmen um. Ferner wurde im Oktober 2025 an dem Standort ein Verbesserungsprojekt zur Einsparung von Süßwasserressourcen durch verstärkte Nutzung von Kondensat zu Waschzwecken gestartet, das 2026 abgeschlossen wird. Im Berichtsjahr wurde ein Investitionsprojekt für einen effizienteren Umgang mit Wasser am Faserproduktionsstandort in Nanjing (China) abgeschlossen. Das Abwasser wird dort durch eine Umkehrosmoseanlage gereinigt und in Kühltürmen wiederverwendet, sodass weniger Süßwasser entnommen werden muss.
Higg Facility Environmental Module (FEM)
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Bewertung von Higg FEM erfolgt auf jährlicher Basis. Im Jahr 2025 setzte Lenzing die Selbstbewertung von Higg FEM sowie die unabhängigen Verifizierungen an allen Produktionsstandorten fort. Beim Higg FEM müssen Produktionsstätten ihre prognostizierte Wasserentnahme bzw. den prognostizierten Wasserverbrauch untersuchen, um beides zu reduzieren. Das Selbstbewertungstool bietet klaren Aufschluss über den Wasserfußabdruck einer Anlage und unterstützt das operative Management und die Risikokontrolle im Zusammenhang mit der Wassernutzung. Außerdem unterstützt es die Bestimmung von Maßnahmen zur Verbesserung der Wassereffizienz.