Maßnahmen
[E2-2, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)
Higg Facility Environmental Module (FEM)
Abwasseraufbereitungsanlagen
Sulfat- und CSB-Reduktion
Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)
[MDR-A 68a, 68b]
Die Multi-Stakeholder-Plattform Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) beschäftigt sich insbesondere damit, Abwässer, Klärschlamm, Feststoffabfall und Luftemissionen in der Textilindustrie durch spezielle Arbeitsgruppen und harmonisierte Richtlinien zu verringern.
ZDHC Viscose
Lenzing hat sich dem „Supplier to Zero“-Programm der Multi-Stakeholder-Initiative ZDHC verpflichtet und von Beginn an die MMCF-Richtlinien übernommen. Alle Lenzing Viscosestandorte (Lenzing (Österreich), Purwakarta (Indonesien), Nanjing (China)) haben die Bewertung der „Supplier to Zero“-Plattform abgeschlossen und erfolgreich den Status „aspirational“ erreicht. Weitere Einzelheiten und Zeitrahmen finden Sie unter dem ZDHC Viscose Ziel.
ZDHC Lyocell
Nachdem die Abwassertests an den Standorten Prachinburi (Thailand) und Heiligenkreuz (Österreich) im Jahr 2024 abgeschlossen waren, führte Lenzing 2025 auch am Standort Mobile (USA) Tests gemäß den aktualisierten ZDHC-Laborrichtlinien durch. Im Zuge der Inbetriebnahme der neu errichteten Abwasseraufbereitungsanlage in Grimsby (Großbritannien) im Berichtsjahr bereitet sich der Standort darauf vor, 2026 den ZDHC-Abwassertest durchzuführen. Weitere Informationen finden Sie unter dem ZDHC Lyocell Ziel.
Higg Facility Environmental Module (FEM)
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2025 setzte Lenzing die Selbstbewertungen von Higg FEM und unabhängigen Verifizierungen an allen Produktionsstandorten fort. Higg FEM findet auf einer jährlichen Basis statt. Das Tool unterstützt die Überwachung von Emissionen von Schadstoffen und besorgniserregenden Stoffen, senkt mit Umweltverschmutzung verbundene Risiken und hilft dabei, Maßnahmen zur Verbesserung der allgemeinen Umweltleistung zu entwickeln.
Abwasseraufbereitungsanlagen
[MDR-A 68a, 68b, 68c, 69]
Abwässer werden in der gesamten Lenzing Gruppe kontrolliert abgeleitet, um eine Kontamination des Grundwassers zu vermeiden. Das Prozesswasser wird in biologischen Abwasseraufbereitungsanlagen (Kläranlagen) behandelt. Im Jahr 2025 wurde die neu errichtete Abwasseraufbereitungsanlage am Faserstandort Grimsby (Großbritannien) vollständig in Betrieb genommen. Nach der ersten Anlaufphase 2024 sind die Anreicherung von Biomasse und die operative Justierung inzwischen abgeschlossen, sodass ein stabiler und effizienter Betrieb ermöglicht wird. Der CSB und die Amin-Eliminierung übertrafen die Mindestanforderungen. Das Projekt ist inzwischen in die zweite Phase eingetreten und wird weiter optimiert, um 2026 die EU-BVT-Grenzwerte zu erreichen. Diese strategische Investition im Umfang von EUR 24 Mio., die alle Projektkosten abdeckt, stellt einen Meilenstein in der Nachhaltigkeits-Roadmap des Standorts dar und unterstützt die Erreichung der ZDHC Lyocell Ziele und Abwasser Ziele. Die Modernisierung der Kläranlagen in Mobile (USA) und Purwakarta (Indonesien) schreitet erfolgreich voran, mit Gesamtinvestitionen von EUR 12 Mio. in Mobile (hauptsächlich in 2024) und EUR 26 Mio. in Purwakarta (hauptsächlich in 2023), einschließlich Investitionen im Jahr 2025. Die Investitionsausgaben für diese Projekte sind Teil der CapEx, die im Segmentbericht des Konzernabschlusses aufgeführt sind. Darüber hinaus wird das Projekt Grimsby (Großbritannien) auch im Abschnitt „Investitionen“ des Lageberichts erwähnt.
Im Berichtsjahr wurde ein weiteres Verbesserungsprojekt am Faserproduktionsstandort Nanjing (China) abgeschlossen. Die verbesserte Entgasung des Abwassers führte zu einer erheblichen Verringerung des Schwefeleintrags ins Wasser und senkte damit die Belastung durch Schwefelkohlenstoff im Abwasser.
Sulfat- und CSB-Reduktion
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Das Lenzing-Werk in Purwakarta (Indonesien) hat ihre Kläranlage weiter modernisiert. Der Bau der Anlage wurde 2023 abgeschlossen, sodass sie seit Anfang 2024 voll in Betrieb ist, wodurch die Abwasseremissionen (CSB und Sulfat) erheblich reduziert wurden. Im Jahr 2025 setzte der Standort die Optimierung der Abwasseraufbereitungsanlage fort, um die CSB-Werte weiter zu senken. Durch die verbesserte Überwachung von Sulfat im Abwasser und die erweiterte Rückgewinnung von Natriumsulfat wurden spezifische Sulfatemissionen ebenfalls gesenkt.
Eine Anlage zur Reinigung von Extraktionsmitteln mit einem Investitionsvolumen von EUR 5 Mio. wurde 2025 in Lenzing (Österreich) fertiggestellt. Die Anlage wird in Zukunft zu erheblichen CSB-Einsparungen beitragen. Die Investitionsausgaben für dieses Projekt sind Teil der CapEx, die im Segmentbericht des Konzernabschlusses aufgeführt sind.
Es bestehen keine Maßnahmen zu den „Potenziell negativen Auswirkungen der nachgelagerten Wertschöpfungskette von Lenzing auf die Wasserverschmutzung“. Lenzing hat diesbezüglich Prioritäten gesetzt und arbeitet schrittweise an den wichtigsten Themen.