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30. Rückstellungen

Der Posten „Rückstellungen“ der Lenzing Gruppe gliedert sich wie folgt:

Rückstellungen
TEUR

 

Gesamt

Davon kurzfristig

Davon langfristig

 

31.12.2024

31.12.2023

31.12.2024

31.12.2023

31.12.2024

31.12.2023

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

 

 

 

 

 

 

Pensionen und Abfertigungen

75.864

74.842

7.584

6.149

68.280

68.693

Jubiläumsgelder

15.512

14.766

1.676

929

13.835

13.837

 

91.376

89.608

9.261

7.078

82.115

82.530

 

 

 

 

 

 

 

Sonstige Rückstellungen

 

 

 

 

 

 

Restrukturierungsmaßnahmen

6.901

24.087

6.901

24.087

0

0

Drohende Verluste und sonstige Wagnisse

2.475

10.806

2.475

10.806

0

0

Emissionszertifikate

8.803

9.972

8.803

9.972

0

0

Übrige

1.942

7.218

1.081

656

861

6.562

 

20.120

52.082

19.259

45.521

861

6.562

 

 

 

 

 

 

 

Summe

111.496

141.690

28.520

52.599

82.976

89.091

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Pensionen und Abfertigungen

Die Lenzing Gruppe ist Verpflichtungen für Pensionen und Abfertigungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen, die unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen sind, und beitragsorientierten Versorgungsplänen eingegangen.

Leistungsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)

Die Versorgungsleistungen richten sich bei den leistungsorientierten Plänen für Pensionen und Abfertigungen nach dem letzten Aktivbezug und nach dem Dienstalter. Sie erfordern keine Beitragsleistungen von den Arbeitnehmern.

Die leistungsorientierten Pensionspläne basieren auf vertraglichen Verpflichtungen. Der bedeutendste leistungsorientierte Pensionsplan der Lenzing Gruppe besteht in Österreich. Dieser leistungsorientierte Pensionsplan gilt für Arbeitnehmer, die vor dem 1. Jänner 2000 eingetreten sind und sich für den Verbleib im Plan entschieden haben. Die Ansprüche entstanden im Allgemeinen nach einer Wartezeit von mindestens 10- bzw. 15-jähriger Dienstzeit. Bei den Anwartschaftsberechtigten wird von einem Pensionsalter von 58 bis 63 Jahren, abhängig vom Geschlecht, ausgegangen. Der Plan umfasst derzeit zum Großteil bereits pensionierte Arbeitnehmer. Es bestehen zum Teil qualifizierte Versicherungspolizzen, welche als Planvermögen erfasst sind, und Bedeckungen der Verpflichtungen mit Wertpapieren, die sich nicht als Planvermögen eignen.

Die leistungsorientierten Abfertigungspläne basieren auf gesetzlichen und kollektivvertraglichen Verpflichtungen. Der bedeutendste leistungsorientierte Abfertigungsplan der Lenzing Gruppe besteht in Österreich. Nach diesem Plan haben Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen und vor dem 1. Jänner 2003 begonnen haben, einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfertigung in besonderen Fällen, insbesondere bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und im Fall der Dienstgeberkündigung (System „Abfertigung alt“). Die Höhe der Abfertigung ist abhängig von der Höhe des Bezugs zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses und von der Dauer des Dienstverhältnisses. Wesentliche ähnliche leistungsorientierte Abfertigungspläne bestehen auch in Indonesien und Tschechien. Sie gelten dort für alle Arbeitnehmer unabhängig vom Eintrittsdatum. Für die leistungsorientierten Abfertigungspläne bestehen keine Vermögenswerte zur Deckung, sie sind rein rückstellungsfinanziert.

Teile der rückgestellten leistungsorientierten Abfertigungen wurden im Geschäftsjahr 2023 und 2022 in die sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen umgegliedert und im Geschäftsjahr 2024 in Höhe von TEUR 3.796 wieder zurück gegliedert (siehe Abschnitt „Sonstige Rückstellungen“).

Die leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne sind im Wesentlichen mit folgenden Risiken verbunden, welche die Höhe der zu bilanzierenden Verpflichtungen beeinflussen:

  • Veranlagungsrisiko: Wenn der Ertrag aus dem Planvermögen den Abzinsungssatz unterschreitet, führt das zu einem Plandefizit und zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
  • Zinsrisiko: Eine Senkung des Abzinsungssatzes durch geringere Anleihezinsen am Kapitalmarkt führt zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
  • Gehalts- und Pensionstrend: Sollte die tatsächliche Entwicklung über den angenommenen zukünftigen Gehalts- und Pensionsentwicklungsraten liegen, führt dies zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
  • Fluktuations- und Austrittsrisiko: Eine Verringerung der angenommenen Fluktuationsraten führt zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
  • Langlebigkeitsrisiko: Ein Anstieg der Lebenserwartung der Anspruchsberechtigten führt zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.

Daneben ist die Lenzing Gruppe bei diesen Plänen auch Währungsrisiken ausgesetzt.

Die Lenzing Gruppe ergreift verschiedene Maßnahmen, um die Risiken aus leistungsorientierten Plänen zu reduzieren. Dazu gehören insbesondere die Ausfinanzierung der leistungsorientierten Pläne durch Planvermögen oder Bedeckung der Verpflichtungen mit Wertpapieren, die sich nicht als Planvermögen eignen, und die Abfindung von bestehenden leistungsorientierten Plänen durch Abschlagszahlungen. Zudem werden Pensions- und ähnliche Zusagen, soweit möglich und rechtlich zulässig, nur mehr in Form von beitragsorientierten Leistungszusagen abgeschlossen.

Die Ziele der Investitionspolitik sind beim Planvermögen ein optimierter Aufbau und die Deckung der bestehenden Ansprüche der betreffenden Arbeitnehmer. Die Anlagestrategien (Asset Allocations) des Planvermögens sind vertraglich geregelt. Für einen Teil der Ansprüche des österreichischen Pensionsplanes wurde eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen und als Planvermögen in der Höhe von TEUR 2.221 (31. Dezember 2023: TEUR 2.344) dargestellt. Dabei handelt es sich um eine klassische Lebensversicherung, die entsprechend dem Fälligkeitsprofil der zu Grunde liegenden Ansprüche mit dem Ziel hoher Sicherheit bei der Veranlagung vorwiegend in Schuldinstrumente investiert. Beiträge in die Versicherung werden durch die Lenzing Gruppe nicht mehr geleistet.

Der beizulegende Zeitwert der Versicherung wird nicht auf einem aktiven Markt festgelegt; er entspricht dem bilanzmäßigen Deckungskapital. Im Planvermögen sind keine eigenen Finanzinstrumente oder selbstgenutzte Vermögenswerte der Lenzing Gruppe enthalten. Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen TEUR 161 (2023: TEUR 158). Der Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Plänen (Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtungen und die Erträge aus dem Planvermögen) wird in den Finanzierungskosten erfasst.

Die wichtigsten angewandten versicherungsmathematischen Parameter der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne stellen sich wie folgt dar:

Versicherungsmathematische Annahmen der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne p. a. in %

31.12.2024

Zinssatz

Gehalts­steigerung

Pensions­steigerung

Fluktuations­abschläge

Österreich – Pensionen

3,3

3,0

0,0-3,0

0,0

Österreich – Abfertigungen

3,4

3,0

N/A

0,0

Indonesien

7,0

7,5

N/A

1,0-5,0

Tschechien

3,4

4,2

N/A

1,6

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

31.12.2023

 

 

 

 

Österreich – Pensionen

3,4

3,0

0,0-3,0

0,0

Österreich – Abfertigungen

3,4

3,0

N/A

0,0

Indonesien

6,5

7,5

N/A

1,0-5,0

Tschechien

3,9

4,5

N/A

1,6

Die wesentlichen Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen bestehen aus Verpflichtungen für Pensionen und Abfertigungen in österreichischen Konzernunternehmen der Lenzing Gruppe. Für diese Verpflichtungen wurde ein Abzinsungssatz verwendet, der aus erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen mit zumindest AA-Rating nach dem Standard eines international tätigen Versicherungsmathematikers abgeleitet wurde. Anleihen, die im Vergleich zu den anderen Anleihen in ihrer Risikoeinstufung deutlich höhere oder niedrigere Zinsen aufweisen („statistische Ausreißer“), wurden dabei nicht berücksichtigt. Die Währung und die Laufzeiten der zu Grunde gelegten Anleihen orientieren sich an der Währung und den voraussichtlichen Laufzeiten der zu erfüllenden Verpflichtungen. Die geschätzten Gehalts- und Pensionssteigerungen, die auch für die Zukunft als realistisch angesehen werden, wurden aus einer Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre abgeleitet. Die Fluktuationsraten wurden je nach Gesellschaft in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Belegschaft und der Dauer von deren Unternehmenszugehörigkeit angesetzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. In den übrigen Ländern werden landesspezifische Annahmen zur Festlegung des Abzinsungssatzes, der Gehaltssteigerungen, der Fluktuationsraten und des Pensionsantrittsalters verwendet.

Für die Berechnung der leistungsorientierten Pensionspläne in Österreich werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen von AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung verwendet.

In den übrigen Ländern gibt es folgende biometrische Rechnungsgrundlagen und Annahmen:

  • Indonesien: Tabel Mortalita Indonesia (TMI 2019)
  • Tschechien: AVÖ 2018-P
  • Übrige: Aufgrund der geringen Anzahl der Anspruchsberechtigten wurden keine biometrischen Annahmen getroffen

Die in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen Verpflichtungen (Buchwerte) aus leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsplänen setzen sich wie folgt zusammen:

Entwicklung der leistungsorientierten Pläne
TEUR

 

Barwert der Pensions- und Abfertigungsverpflichtung (DBO)

Beizulegender Wert des Planvermögens

Buchwert der leistungsorientierten Pläne

 

2024

2023

2024

2023

2024

2023

Stand zum 01.01.

80.982

85.847

2.344

2.469

78.638

83.377

 

 

 

 

 

 

 

Laufender Dienstzeitaufwand

3.419

3.635

0

0

3.419

3.635

Nettozinsen

3.138

3.769

75

95

3.063

3.674

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen und Erträge für leistungsorientierte Pläne

6.557

7.404

75

95

6.483

7.309

 

 

 

 

 

 

 

Neubewertung der Periode

 

 

 

 

 

 

Aufgrund demografischer Annahmen

-599

-119

0

0

-599

-119

Aufgrund finanzieller Annahmen

-175

3.673

0

0

-175

3.673

Aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen

3.664

893

0

0

3.664

893

Aufgrund von Erträgen aus Planvermögen exklusive Beträge, die in den Zinserträgen enthalten sind

0

0

86

62

-86

-62

Im sonstigen Ergebnis erfasste Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen

2.891

4.447

86

62

2.805

4.384

 

 

 

 

 

 

 

Cashflows

 

 

 

 

 

 

Aus dem Plan geleistete Zahlungen

-283

-283

-283

-283

0

0

Direkte Zahlungen und Beiträge des Arbeitgebers

-12.219

-15.750

0

0

-12.219

-15.750

Währungsumrechnungsdifferenzen

158

-683

0

0

158

-683

Sonstige Überleitungspositionen

-12.345

-16.716

-283

-283

-12.061

-16.433

 

 

 

 

 

 

 

Stand zum 31.12.

78.085

80.982

2.221

2.344

75.864

78.638

Davon Pensionen Österreich

18.589

19.243

2.221

2.344

16.368

16.899

Davon Abfertigungen Österreich

39.831

38.069

0

0

39.831

38.069

Davon Pensionen und Abfertigungen übrige Länder

19.666

19.874

0

0

19.666

19.874

Davon Restrukturierungsmaßnahmen

0

3.796

0

0

0

3.796

Zur Beurteilung des Risikos der Veränderung versicherungsmathematischer Parameter hinsichtlich der Bewertung des Barwerts der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Die Sensitivitätsanalysen stellen Auswirkungen aus hypothetischen Änderungen von wesentlichen Parametern auf den Barwert der Verpflichtungen dar, die sich bei vernünftiger Betrachtungsweise am Bilanzstichtag hätten ändern können. Es wurde jeweils ein Parameter verändert, während die übrigen Parameter konstant gehalten wurden. Als Basis für die Sensitivitätsanalysen werden die Barwerte der Verpflichtungen zum Bilanzstichtag vor Abzug des Planvermögens (Bruttoschuld bzw. DBO) und vor Umgliederung von bzw. zu den sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen herangezogen.

Die Sensitivitäten der Parameter stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:

Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen

31.12.2024

Veränderung der Parameter (Prozentpunkte)

Abnahme des Parameters/Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR

Zunahme des Parameters/Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR

Zinssatz

1,0

5.991

-5.264

Gehaltssteigerung

1,0

-4.168

4.658

Pensionssteigerung

1,0

-1.084

1.201

Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (Vorjahr)

31.12.2023

Veränderung der Parameter (Prozentpunkte)

Abnahme des Parameters/Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR

Zunahme des Parameters/Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR

Zinssatz

1,0

6.368

-5.587

Gehaltssteigerung

1,0

-4.431

4.960

Pensionssteigerung

1,0

-1.144

1.271

Die oben dargestellten Sensitivitätsanalysen stellen hypothetische Änderungen aufgrund der getroffenen Annahmen dar. Tatsächliche Abweichungen von den Annahmen führen zu anderen Auswirkungen. Insbesondere können die oben isoliert veränderten Parameter in der Realität miteinander korrelieren. Der Abzug des Planvermögens und des von bzw. in die sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen umgegliederten Betrags wird zu einer weiteren Verringerung der Auswirkungen führen.

Die gewichteten durchschnittlichen Laufzeiten (Durationen) der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen in Jahren stellen sich wie folgt dar:

Gewichtete durchschnittliche Laufzeiten der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen
Jahre

 

31.12.2024

31.12.2023

Österreich – Pensionen

7

7

Österreich – Abfertigungen

8-20

8-21

Indonesien

7

7

Tschechien

8

8

Beitragsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)

Für beitragsorientierte Pensions- und Abfertigungspläne zahlt die Lenzing Gruppe in Pensionskassen und ähnliche externe Fonds ein. Die bedeutendsten beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne der Lenzing Gruppe bestehen in Österreich (System „Abfertigung neu“ und einzelvertragliche Zusagen).

Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne setzen sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne
TEUR

 

2024

2023

Österreich – Pensionen

2.224

2.227

Österreich – Abfertigungen

3.140

2.861

Übrige Länder

6.088

6.335

Summe

11.452

11.423

Rückstellungen für Jubiläumsgelder

Aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen sind die Lenzing AG und einige, insbesondere österreichische und tschechische Tochterunternehmen, zu Geldzahlungen an Arbeitnehmer bei einer bestimmten Unternehmenszugehörigkeitsdauer verpflichtet. Bei österreichischen Gesellschaften besteht eine Umwandlungsoption für Mitarbeiter:innen, das Dienstjubiläum in Zeitguthaben umwandeln zu können. Es wurden keine Vermögenswerte aus dem Unternehmen ausgesondert und auch keine Beiträge an eine Pensionskasse oder einen anderen externen Fonds geleistet, um diese Verpflichtungen abzudecken. Die Jubiläumsgeldansprüche erfordern keine Beitragsleistungen von den Arbeitnehmern.

Die Verpflichtungen aus Jubiläumsgeldern an Arbeitnehmer (Gelder für Dienstnehmerjubiläen) sind nach IFRS als andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer anzusehen. Der Nettozinsaufwand aus Jubiläumsgeldern (Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtungen) wird in den Finanzierungskosten erfasst. Für die österreichischen Verpflichtungen wurde ein Abzinsungssatz analog zu den obigen leistungsorientierten Plänen verwendet. Die Fluktuationsraten wurden je nach Gesellschaft in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Belegschaft und der Dauer von deren Unternehmenszugehörigkeit angesetzt. In den übrigen Ländern werden landesspezifische Annahmen zur Festlegung des Abzinsungssatzes, der Fluktuationsraten und der Gehaltssteigerungen verwendet.

Die wichtigsten angewandten versicherungsmathematischen Parameter der Verpflichtungen für Jubiläumsgelder stellen sich wie folgt dar:

Versicherungsmathematische Annahmen der Verpflichtung für Jubiläumsgelder p. a. in %

31.12.2024

Zinssatz

Gehalts­steigerung

Fluktuations­abschläge

Österreich

3,5

3,0

0,0-10,5

Tschechien

3,4

4,2

1,6

 

 

 

 

 

 

 

 

31.12.2023

 

 

 

Österreich

3,5

3,0

0,0-8,9

Tschechien

3,9

4,5

1,6

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Verpflichtung (Rückstellung) für Jubiläumsgelder:

Entwicklung der Verpflichtung (Rückstellung) für Jubiläumsgelder
TEUR

 

2024

2023

Stand zum 01.01.

14.766

14.899

 

 

 

Dienstzeitaufwand

 

 

Laufender Dienstzeitaufwand

918

875

Nettozinsen

507

608

Neubewertung der Periode

 

 

Aufgrund demografischer Annahmen

-568

-1.017

Aufgrund finanzieller Annahmen

1

1.131

Aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen

1.125

-482

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen und Erträge für Jubiläumsgelder

1.982

1.115

 

 

 

Cashflows

 

 

Direkte Zahlungen des Arbeitgebers

-1.237

-1.247

Währungsumrechnungsdifferenzen

1

-1

Sonstige Überleitungspositionen

-1.236

-1.248

 

 

 

Stand zum 31.12.

15.512

14.766

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung der sonstigen Rückstellungen
TEUR

2024

Stand zum 01.01.

Währungs­umrechn­ungsdiffe­renzen

Um­gliederung

Verbrauch

Auflösung

Dotierung

Stand zum 31.12.

Davon kurzfristig

Davon langfristig

Restrukturierungsmaßnahmen

24.087

0

-3.796

-12.681

-1.308

600

6.901

6.901

0

Drohende Verluste und sonstige Wagnisse

10.806

303

0

0

-9.096

462

2.475

2.475

0

Emissionszertifikate

9.972

-19

0

-9.303

-86

8.239

8.803

8.803

0

Übrige

7.218

-77

0

-3.938

-2.999

1.738

1.942

1.081

861

Summe

52.082

206

-3.796

-25.922

-13.489

11.039

20.120

19.259

861

Entwicklung der sonstigen Rückstellungen (Vorjahr)
TEUR

2023

Stand zum 01.01.

Währungs­umrechn­ungsdiffe­renzen

Um­gliederung

Verbrauch

Auflösung

Dotierung

Stand zum 31.12.

Davon kurzfristig

Davon langfristig

Restrukturierungsmaßnahmen

21.125

0

-1.936

-11.293

-4.100

20.291

24.087

24.087

0

Drohende Verluste und sonstige Wagnisse

23.545

-124

0

-20

-14.757

2.163

10.806

10.806

0

Emissionszertifikate

12.493

-4

0

-10.813

0

8.295

9.972

9.972

0

Übrige

8.134

-82

0

-1.080

-420

666

7.218

656

6.562

Summe

65.297

-210

-1.936

-23.206

-19.277

31.415

52.082

45.521

6.562

Bei der Bewertung von Rückstellungen werden Erfahrungswerte aus der Vergangenheit, aktuelle Kosten- und Preisinformationen sowie Einschätzungen bzw. Gutachten von internen und externen Sachverständigen und Experten genutzt. Die den Rückstellungen zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen abweichen, wenn sich die Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.

Die sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen betreffen im Geschäftsjahr 2024 wie im Vorjahr insbesondere Vorsorgen aufgrund von Personalabbau im Rahmen von Reorganisation und Einsparprogrammen. Die Rückstellungen wurden insbesondere für daraus resultierende Abfindungen und Abfertigungen gebildet. Dabei waren zum 31. Dezember 2023 Vorsorgen aus bereits zuvor rückgestellten Vorsorgen (insbesondere aus der gesetzlichen Abfertigungsrückstellung; siehe Abschnitt „Leistungsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)“) in Höhe von TEUR 3.796 in den Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen ausgewiesen, die im Geschäftsjahr 2024 zur Gänze zurück gegliedert wurden. Der Restbetrag der notwendigen Vorsorgen in Höhe von TEUR 600 (2023: TEUR 20.291) wurde im Wesentlichen über den Personalaufwand und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (Verwaltungsaufwendungen) dotiert. Die Rückstellungen in Höhe von TEUR 6.901 (31. Dezember 2023: TEUR 24.087) sollen erwartungsgemäß innerhalb der nächsten zwölf Monate verbraucht werden.

Die sonstigen Rückstellungen für drohende Verluste und sonstige Wagnisse enthalten vor allem Vorsorgen für belastende Beschaffungsverträge in Höhe von TEUR 2.475 (31. Dezember 2023: TEUR 10.772) sowie für andere nachteilige Verträge. Die sonstigen Rückstellungen für Emissionszertifikate enthalten den Gegenwert der verbrauchten Emissionszertifikate.

Die übrigen sonstigen Rückstellungen betrafen im Geschäftsjahr 2023 vor allem Verpflichtungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von TEUR 3.208 und umfassen insbesondere die Vorsorge für Rechtsverteidigungskosten in Zusammenhang mit einem Verfahren, bei dem unter anderen die Lenzing AG auf Schadenersatz geklagt wurde (siehe Note 40). Das Gerichtsverfahren wurde im Geschäftsjahr 2024 beendet und die entsprechende Rückstellung in Höhe von TEUR 2.722 aufgelöst.

Bei den kurzfristigen sonstigen Rückstellungen wird der Mittelabfluss innerhalb der nächsten zwölf Monate als wahrscheinlich eingeschätzt. Bei den langfristigen Teilen der sonstigen Rückstellungen hängt der Mittelabfluss von verschiedenen Faktoren ab (insbesondere von Garantie- und Gewährleistungsfristen, Vertragslaufzeiten und anderen Ereignissen).

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